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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2012
Wenn Gott nicht eingreift
Theologen suchen neue Antworten
Der Inhalt:
von Thomas Seiterich vom 27.01.2012
Nach den Massenmorden in Nigeria und Ägypten reden viele von »Christenverfolgung«. Tatächlich ist die Situation weitaus komplizierter
Beerdigung eines Kopten in Ägypten: Wächst weltweit der Hass zwischen den Religionen? (Foto: pa/ Photoshot)
Beerdigung eines Kopten in Ägypten: Wächst weltweit der Hass zwischen den Religionen? (Foto: pa/ Photoshot)

Vor Jahresfrist waren es die islamistischen Mordanschläge auf Kopten nach der Weihnachtsmesse in der ägyptischen Viermillionenstadt Alexandria, die 23 Christenleben kosteten und Menschen in aller Welt erschütterten. Und nun sind es die Bombenattentate der radikal-islamistischen Terrortruppe Boko Haram in Nigeria auf Gottesdienste zu Weihnachten, Dreikönig und am dritten Januarwochenende. Hunderte Christen starben dabei, Hunderte wurden verwundet.

Mitte 2008 machten im verarmten indischen Bundesstaat Orissa fanatisierte Hindus Jagd auf Christen. Es gab viele Tote, Dutzende Kirchen und Caritashäuser wurden niedergebrannt. Indiens Unionsregierung und die indische Armee unternahmen nichts zum Schutz der Gejagten. Über 40000 Christen flohen in bergige Wälder, um das nackte Leben zu retten.

Nimmt die Verfolgung von Christen zu?

Steigt weltweit der Hass zwischen den Religionen? Nimmt die Verfolgung der Christen zu? Ja, was ist überhaupt eine Christenverfolgung? Ist Druck gegen eine religiöse Minderheit schon Verfolgung? Wie ist der jeweilige Kontext zu gewichten? Darüber wird unter Theologen und Menschenrechtlern gestritten. Es ist eine Kontroverse, von der viel abhängt. Denn sie hat Folgen für die Innen- und Außenpolitik sowie für das friedliche Zusammenleben der Menschen.

Je nachdem, wie eng oder wie weit, wie abwägend oder wie alarmistisch der Sachverhalt Christenverfolgung hierzulande definiert wird, so freundlich, gleichgültig oder intolerant gestaltet sich das Verhalten Andersgläubigen gegenüber, die nach Europa zugewandert sind. Zumal wenn sie zu einer Religion zählen, deren Glaubensschwestern u

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