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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2012
Wenn Gott nicht eingreift
Theologen suchen neue Antworten
Der Inhalt:

Reformen mit Zukunft?

von Bettina Röder vom 04.05.2012
Fusion der evangelischen Kirchen in Mitteldeutschland und nun im Norden: Zwänge, Chancen und was auf der Strecke bleibt

Angelika Greim-Harland lebt in einer der schönsten Gegenden Deutschlands, an einem idyllischen Ort zumal: im Pfarrhaus der frühmittelalterlichen Oberkirche von Arnstadt in Thüringen. Zum Pfarrhof gehören ein Brunnen und ein Innenhof mit uralten Bäumen. Gleich nebenan der historische Markt mit restaurierten Fachwerkhäusern. Arnstadt, eine der drei ältesten Städte Deutschlands, ist nicht nur das Tor zum Thüringer Wald. Es ist auch die erste Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach. Das alljährliche Bach-Festival erinnert daran. Es findet in der gleichnamigen Kirche statt. Sie ist eine von 99 Kirchen für 20 800 evangelische Christinnen und Christen, für die die evangelische Theologin und zweifache Mutter Verantwortung trägt: Sie ist Superintendentin von Arnstadt-Ilmenau. In ihrem Alltag hat sich inzwischen einiges verändert. Der Grund ist die Vereinigung ihrer Thüringer Kirche mit der benachbarten Kirchenprovinz Sachsen. »Wir haben etwas größere Spielräume, aber der Verwaltungsaufwand ist auch viel größer geworden«, sagt sie. Der Grund: In der Mitteldeutschen Kirche werden die Pfarrer der einstigen Evangelischen Kirche in Thüringen zwar durch das Kirchenamt angestellt, für die Stellenbesetzung verantwortlich sind aber die Kirchenkreise. In der Kirchenprovinz Sachsen war das schon immer so. Das bringt größeren bürokratischen Aufwand mit sich und will durch das bestehende Personal bewältigt sein.

Auch dass Magdeburg der neue Bischofssitz ist, macht sich in ihrem Alltag bemerkbar. Der liegt nun nicht mehr im thüringischen Eisenach, seit die Landeskirche zwischen der Altmark und dem Thüringer Wald vereinigt ist. Für die Pfarrerin, die auch in der Synode sitzt und dort im theologischen Ausschuss ist, heißt das: Sie muss ab und an längere längere Wege für Zusammenkünfte in Magdeburg in Kauf nehmen. Das kostet Zeit und Geld.

Wenn sie nach dem Sinn der Fusion gefragt wird, zögert Angelika Greim-Harland und ringt nach Worten. Sie sei durchaus ein Mensch, der offen auf Neues zugehe. Doch so richtig überzeugt hat sie dieser Zusammenschluss noch nicht. Das sagt sie aber nicht so deutlich. Und als sie nach der nun anstehenden Fusion der nordelbischen, pommerschen und mecklenburgischen Landeskirchen gefragt wird, stöhnt sie leise. »O je, was sage ich jetzt.« Sie zögert. »Es ist eigentlich egal, in welcher Struktur wir arbeiten«, erklärt sie dann. Na

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