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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2023
Der Inhalt:
Leben & Kultur

Friedensarbeit
Es gibt nur einen Weg zum Frieden

von Marie Lou Steinig vom 12.12.2023
Der Israeli Rami Elhanan und der Palästinenser Bassam Aramin treten für einen Waffenstillstand ein.
(Foto: Rami Elhanan/via www.en.vijesti.me)
(Foto: Rami Elhanan/via www.en.vijesti.me)

Der Israeli Rami Elhanan erinnert sich noch genau an den Morgen des 7. Oktobers, an den Moment, als er erfuhr, dass die Terrororganisation Hamas Israel bombardierte und Massaker verübte. »Diese Nachricht traf mich wie ein Schlag. Es war die zweitschrecklichste Nachricht, die ich je bekommen habe«, berichtet der in der israelisch-palästinensischen Friedensorganisation Parents Circle engagierte Elhanan.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 24/2023 vom 15.12.2023, Seite 59
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Er war zu dem Zeitpunkt in Haifa. »Kurz danach hat Bassam angerufen, um zu fragen, ob ich okay bin«, erzählt der israelische Jude in einem Zoom-Meeting, das der US-amerikanische Freundeskreis des Parents Circle organisiert hat. Bassam Aramin ist Palästinenser – und Elhanans Freund, »sein Bruder«, wie er ihn nennt (Publik-Forum 24/2022). Im Parents Circle – Families Forum haben sie sich kennengelernt, gemeinsam waren sie auch schon in Deutschland zu Vorträgen. Israelis und Palästinenser, die Familienmitglieder im Nahostkonflikt verloren haben und die sich für eine Versöhnung beider Staaten einsetzen, haben sich im Parents Circle zusammengefunden.

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»Wir wissen, dass der Konflikt nicht am 7. Oktober anfing«, sagt Elhanan während des Zoom-Gesprächs. Dennoch sei er geschockt von der Sinnlosigkeit und Brutalität des Krieges. »Ich weigere mich zu sagen: »Die israelische Seite liegt richtig« und »die palästinensische liegt falsch«, betont Elhanan. Jede Seite trage ihre Schuld. Die Verantwortlichen auf beiden Seiten »kämpfen über unsere Köpfen hinweg und haben Aramin und mich, haben Tausende von Israelis und Palästinensern dazu gebracht, den höchst möglichen Preis in diesem Krieg zu bezahlen«, beklagt er. Aramin fügt hinzu: »Die können innerhalb weniger Minuten Krieg ausrufen, aber in 75 Jahren keinen Frieden herstellen.« Beide, Elhanan und Aramin, haben eine Tochter im Nahostkonflikt verloren. Die zwei Männer könnten Feinde sein. Stattdessen hätten sie den richtigen, wenn auch schwierigeren Weg gewählt, beschreibt es Elhanan.

Aktuell tritt er für einen Waffenstillstand ein. In stillen Momenten höre und spüre er seine getötete Tochter nah bei sich: »Sie flüstert mir ins Ohr: Hör nicht auf! Und sie drängt mich weiterzumachen.« Seine tote Tochter sei der Grund, warum er nicht aufgebe, an den Frieden zwischen den zwei Staaten zu glauben. Wie aber den Konflikt lösen? Für Rami Elhanan lautet die Antwort in all den Jahren und auch heute gleich: »Wir müssen aufhören, uns umzubringen, und anfangen, miteinander zu reden und dem anderen zuzuhören«, mahnt er. Für den Frieden gebe es nur diese Option.

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