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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2018
Geld sauber anlegen
Wie es geht. Was es bringt. Worauf man achten muss
Der Inhalt:

Vorgespräch: Das Evangelium nach Maria?

Was wäre, wenn Frauen die Welt regierten? Und Maria Magdalena die Bibel erzählte? Fragen an Marie Bues

Publik-Forum: Frau Bues, drei Tage – vom 28. bis 30. September – wird Esslingen zu einer »Stadt der Frauen«. So heißt das Festival, das Sie organisieren. Was passiert da?

Marie Bues: Wir gründen symbolisch eine Stadt der Frauen und besetzen das Alte Rathaus, den Marktplatz, den Rathausplatz – und fordern eine Umverteilung von Privilegien. Frauen stehen auch für andere marginalisierte Gruppen, die sonst im Stadtbild von Esslingen, das stolz ist auf seinen Ruf als »Stadt der Ingenieure«, kaum vorkommen. Beteiligt an dem Festival sind Chöre, Fraueninitiativen aus Esslingen und Studierende der Uni Stuttgart, aber auch internationale Künstlerinnen, Bands und Schauspieler. Ja, es sind auch einige Männer dabei.

Und was stellen Sie auf die Beine?

Bues: Es wird zum Beispiel ein Parlament der Frauen geben. Zuschauer oder Künstlerinnen geben dort jede Stunde ein neues Thema hinein, das dann diskutiert wird. Es gibt Konzerte, Filme, eine Ausstellung, und die bekannte Feministin Frigga Haug wird eine Rede halten und einen Workshop leiten. In der »matriarchalen Volksküche« können die Festivalbesucher miteinander ins Gespräch kommen. Auf dem Marktplatz wird ein Choreograf die klassischen Geschlechterrollen im Tanz infrage stellen, und jeder Passant, jede Passantin, die vorbeigeht, kann da mitmachen.

Warum das Ganze? Brauchen wir eine neue Frauenrechtsbewegung?

Bues: Ich habe den Einruck, die entsteht gerade. Es ist wichtig, unser System als solches und die Strukturen – zum Beispiel am Arbeitsmarkt – zu hinterfragen. Wir müssen uns bewusst machen, wie Privilegien