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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

»Lebenslang traumatisiert«

von Bettina Röder vom 24.03.2017
Auf der UN-Liste zu Kinderrechtsverletzungen fehlen wichtige Staaten. Barbara Küppers von »terre des hommes« sagt, warum

Publik-Forum: Frau Küppers, der alljährliche UN-Bericht enthält auch eine »Liste der Schande« über Staaten, die Kinder in bewaffneten Kämpfen als Kindersoldaten rekrutieren oder deren Leben anderweitig schädigen. Sie üben mit anderen Hilfsorganisationen Kritik. Warum?

Barbara Küppers: terre des hommes kritisiert, dass in den letzten beiden Jahren aufgrund von Druck bestimmter Staaten Länder nicht in diese Liste aufgenommen beziehungsweise von ihr gestrichen worden sind.

Um welche handelt es sich?

Küppers: Die USA und Israel haben Druck gemacht, damit Israel nicht in der Liste steht, im letzten Jahr hat Saudi-Arabien Druck gemacht, damit es nicht draufsteht. Bei dem einen Fall handelt es sich um Kinderrechtsverletzungen der israelischen Armee im Gazastreifen, im anderen geht es um Bombenangriffe auf Schulen und Krankenhäuser im Jemen. Die Liste gibt es seit 2006; so eine massive Zurücknahme gab es vorher nie. Dagegen protestiert terre des hommes gemeinsam mit anderen internationalen Organisationen in dem Bündnis Watchlist on Children in Armed Conflict.

Wie können denn überhaupt die USA, Israel und Saudi-Arabien die Vereinten Nationen unter Druck setzen?

Küppers: Das wissen wir natürlich nicht in allen Details. Saudi-Arabien hat gedroht, Hilfszahlungen an die UN einzustellen. Die USA beispielsweise zahlen etwa zwanzig Prozent des Gesamtbudgets der Hilfslieferungen der UN.

Warum ist diesen Ländern so daran gelegen, nicht auf dieser Liste aufzutauchen?

Küppers: Eigentlich möchte keiner auf dieser Liste der Schande stehen. Wenn Bürgerkriegsparteien dahinterstehen, dann ist das für die Staatsregierungen nicht so problematisch. Wenn eine staatliche Armee dahintersteht, wie bei Israel im Gaza-Streifen oder bei Saudi-Arabien mit den Einsätzen im Jemen, dann mögen Staaten das weniger.

Um welche schweren Kinderrechtsverletzungen geht es konkret?

Küppers: Die UN berichten zu sechs besonders schweren Verletzungen der Kinderrechte in bewaffneten Konflikten. Das sind die Rekrutierung von Kindern als Soldaten

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