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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

Müssen wir den Kapitalismus überwinden?

vom 24.03.2017
Ja, natürlich! oder: Bloß nicht! Leserstimmen zur Debatte über das herrschende Wirtschaftssystem

Markus Reiter meint, dass um die Jahrhundertwende »als vorgestrig galt, wer den Kapitalismus infrage stellte«. Wir Ordensleute für den Frieden stehen seit 1990 vor der Deutschen Bank mit dem Slogan: »Unser Wirtschaftssystem geht über Leichen.« So kurz nach der Wende wagten wir nicht zu sagen: »Der Kapitalismus geht über Leichen.« Heute sagen wir mit Papst Franziskus: »Diese Wirtschaft tötet« und bekommen von den Passanten immer mehr Zustimmung. Gregor Böckermann, Neu-Isenburg

Die Behauptung, der Kapitalismus sei gerechter als alle anderen Wirtschaftsordnungen, erscheint mir reichlich zynisch, wenn ich an Hunderte Millionen Menschen denke, die im Blick auf alle elementaren Lebensbedürfnisse unterversorgt sind. Obwohl erstmals in der Menschheitsgeschichte die Mittel zu einem guten Leben für alle reichen, hält die auf Geld und Profit orientierte Wirtschaftsordnung diese Menschen wissentlich von einer ausreichenden Versorgung fern. Klaus Pol, Leipzig

Herr Reiter geht von Siegmund Freuds Annahme aus, der Mensch sei des Menschen Wolf. Nach Alfred Adler ist er das nicht. Jeder Mensch kommt mit der Anlage zur Gemeinschaft auf die Welt. Macht- und Überlegenheitsbestrebungen sind Ausdruck einer neurotischen Fehlentwicklung. Was überwunden werden muss, ist das Patriarchat, die maskuline Dominanz – hin zu einer partnerschaftlichen Gesellschaft beider Geschlechter. Gudrun Sahlender-Wulf, Oldenburg

Kapitalismus heißt: Herrschaft des Kapitals, des Geldes. Kann das Geld ein gerechter Herrscher sein? Die Besitzenden mehren ihren Reichtum, die Armen bleiben zurück. Und der Staat, der sie eigentlich schützen sollte, ist durch die Herrschaft des Kapitals geschwächt. Er wird von den Vertretern der Kapitalinteressen als überholt und unfähig diffamiert. Also verdrängt man ihn aus weiteren Bereichen, privatisiert Krankenhäuser, Bildungseinrichtungen und Autobahnen. Aber so darf es nicht weitergehen, die Wirtschaft und der Staat dürfen nicht den Kapitalinteressen ausgeliefert bleiben, sie müssen der Allgemeinheit dienen. Hans-Wern

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