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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2017
Angriff auf die freie Wahl
Wie Datenjäger die Demokratie gefährden
Der Inhalt:

Die Revolution der Hühnerzucht

Inga Günther hat ein Ziel: das Öko-Huhn der Zukunft. Dem massenhaften Kükentöten will sie damit ein Ende setzen

Landwirtin Inga Günther stapft durch den Matsch zum Hühnerstall. Auf dem Biohof Rengoldshausen in Überlingen züchtet sie Hühner. Das klingt sehr alltäglich, ist aber in Wirklichkeit eine Kampfansage. Denn die junge Agrarwissenschaftlerin will die Hühnerzucht revolutionieren. Ihr Ziel: das Öko-Huhn der Zukunft. Das soll besser als heutige, auf Hochleistung gezüchtete Hühner an die Haltungsbedingungen und das Futter auf Biohöfen angepasst sein. Und es soll ein Huhn sein, bei dem die Hennen gute Eierlegerinnen sind und die Hähnchen gut Fleisch ansetzen. Eine solche Hühnerrasse gibt es derzeit nicht, weshalb je nach Verwendung entweder alle weiblichen oder alle männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen getötet werden.

Ein einzelner Züchter wäre mit einem solch ambitionierten Zuchtvorhaben überfordert. Deshalb haben die Verbände Bioland und Demeter vor zwei Jahren die Gemeinnützige Gmbh Ökologische Tierzucht gegründet. Inga Günther ist ihre Geschäftsführerin.

Wäre dies ein Hollywoodfilm, wäre jetzt der Zeitpunkt für dramatische Hintergrundmusik. Düstere Bilder von nach vorne umfallenden Masthähnchen mit dicken Brüsten, hochgezogen mit Proteinfutter in 32 kurzen Tagen in muffigen Hallen. Bilder von Verbrauchern, die im Discounter immer noch günstigere Eier suchen (Vierzig Cent? Wucher!). Dann wieder: Küken, die aufgeregt piepsend auf Laufbändern in Richtung Schredder gleiten. Eingeblendete Bildunterschrift: Vierzig Millionen Küken werden jährlich in Deutschland vergast, zerstückelt und anschließend verfüttert.

Schnitt. Überlingen am Bodensee. Über das 190 Hektar große Hofg