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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2019
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Der Inhalt:

Vorgespräch: Europa, wer bist du?

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 08.02.2019
Ein Christ und ein Muslim geraten gemeinsam in Seenot. Was erleben sie da? Fragen an die beiden Produzenten des Theaterstücks »Nach Europa«

Publik-Forum: Herr Beyerbach, Herr Ullrich, Ihr Theaterstück heißt »Nach Europa«. Wer macht sich da auf den Weg?

Till Florian Beyerbach: Zwei Menschen, der eine Muslim, der andere Christ, fliehen vor dem Krieg in ihrer Heimat. Wo das ist, spielt keine Rolle. Auch wie sie heißen, ist egal. Auf die Frage des einen »Wer bist du?«, antwortet der andere »Mensch«. Ihr Boot wurde angeschossen, sie sind die einzigen Überlebenden. Die beiden kriegen sich ganz schön in die Haare, merken aber: Sie können es nur gemeinsam schaffen.

Sie beide sind nur zu zweit auf der Bühne. Wen spielen Sie da?

Beyerbach: Wir sind die beiden Flüchtlinge, die ihr Glück in Europa suchen. Später schlüpfen wir in die Rolle von Präsidenten, dann in die von zwei Kommandanten. Und wir sind auch die Schleuser, die sich darüber unterhalten, dass gleich die »nächste Lieferung« ankommt – die Ware Mensch.

Wie ist das Bühnenbild gestaltet?

Lukas Ullrich: Es besteht aus Holz und Licht. Ein hölzernes Bootsgerippe symbolisiert den uralten Willen der Menschen, dem Meer die Stirn zu bieten und in neue Welten aufzubrechen. Durch die Lasertechnik kann man plastische, dreidimensionale Räume gestalten. Wir scheinen da wirklich auf dem Meer zu sein, das ist fürs Publikum sehr eindrucksvoll. Und wir vermitteln europäische Geschichte im Turbogang, indem wir mithilfe von Laser Bilder auf das Segel unseres Bootes projizieren: Angefangen bei der Verschiebung der tektonischen Platten über die Feldzüge Napoleons bis hin zur Neuzeit.

Sie beide sprechen von sich als »politische Menschen und als Christen«. Was hat Sie motiviert, dieses Stück zu produzieren?

Ullrich: Die Idee entstand, als wir vor einigen Jahren am Flughafen Moskau saßen. Da haben wir uns viele Gedanken gemacht über Europa. Verstärkt wurde das, als wir bei unserem letzten Theaterstück »Play Luther« mit Jugendlichen sprachen und feststellten, wie wenig sie über Europa wissen. Viele haben kaum ein Bewusstsein dafür, welches Geschenk es ist, in Frieden in einer Demokratie leben zu dürfen.

Sie gehen mit Ihrer Produktion an Schulen. Welche Rückmeldungen haben Sie von Jugendlichen erhalten?

Beyerbach:

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