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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2019
Revolution
Die Welt ist in der Krise. Ein Umbruch ist nötig. Nur welcher?
Der Inhalt:

Aufgefallen: Die Unerschrockene

Chak Sopheap setzt sich in Kambodscha für Menschenrechte ein. Aus dem Mädchen vom Land wurde eine bekannte Aktivistin

Ein breites Lächeln lag auf dem Gesicht von Chak Sopheap, als der Mann auf der Bühne ihren Namen rief. »Wir könnten nicht stolzer auf Sie sein«, sagte er, und im Saal brandete Applaus auf. Die junge Frau im lindgrünen Kostüm strahlte, faltete die Hände vor der Brust und verbeugte sich, wie es in ihrer Heimat Kambodscha üblich ist. Der Mann auf der Bühne war Barack Obama. Im September 2014 ehrte er sie für ihren Einsatz für die Menschenrechte.

Chak Sopheap, 33 Jahre alt, ist eine der bekanntesten Menschenrechtsaktivistinnen Kambodschas. Sie kämpft für die Meinungsfreiheit, die Rechte von Frauen – und sie setzt auf die Kraft der Jugend. In Workshops und auf Friedensmärschen, im Internet und auf der Straße engagiert sich Sopheap für demokratische Teilhabe. »Du bist mein großes Vorbild«, schreibt ihr eine Facebook-Nutzerin.

Dass ihre jüngste Tochter einmal vom US-Präsidenten gewürdigt werden würde, hätten sich Chaks Eltern wohl nicht im Traum ausgemalt. Ihr Vater ist Schneider, die Mutter Hausfrau. Chak wuchs als jüngstes von drei Kindern in der Provinz Kampong Cham auf. Sie wurde in einem ländlichen Gebiet groß, in dem die Menschen überwiegend vom Fischfang sowie dem Anbau von Reis, Bananen und Mais leben. Als sie fünf war, zog die Familie in die Hauptstadt Phnom Penh, um ihren Kindern eine bessere Schulbildung zu ermöglichen.

»Meine Eltern stammen aus sehr einfachen Verhältnissen und sie konnten uns nur bedingt mit den Schulaufgaben helfen, aber ihnen war eine gute Bildung für uns wichtig«, sagt Chak. In der männerdominierten Gesellschaft ihrer Heimat war es nicht selbstverständlich, dass der Vater den Töchtern die gleichen Chancen einräumte wie seinem