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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

Wo die letzten Brachvögel leben

von Barbara Tambour vom 03.06.2019
Tiere und Pflanzen sterben aus, weil ihr Lebensraum zerstört wird. Eine Spurensuche zum Artenschwund am Oberrhein
"Restbestände von Natur": Der Auenwald Taubergießen. (Foto: Ziesmer)
"Restbestände von Natur": Der Auenwald Taubergießen. (Foto: Ziesmer)

Bis zu einer Million Tier- und Pflanzenarten sind weltweit vom Aussterben bedroht. So dramatisch beschreibt der Weltrat für Biodiversität die Situation. Auch in Deutschland verschwinden zusehends Feldhamster und Apollofalter, Bechsteinfledermaus und viele Ackerwildkräuter. Woran liegt das? Publik-Forum begibt sich auf Spurensuche an den Oberrhein in die Nähe des Kaiserstuhls. Ortskundiger Führer ist Axel Mayer, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz für die Region Oberrhein.

Aus Wiesen werden Äcker

Zwischen den Dörfern Riegel und Bahlingen steigen wir an einem Feldweg aus dem Auto. Im Osten erhebt sich der Schwarzwald, im Westen die Vogesen. Der Weizen steht dunkelgrün und wadenhoch, auf dem Acker daneben spitzen die ersten Blätter des Mais aus der Erde. Die Felder sind puppenstubenhaft klein, verglichen mit agrarischen Nutzflächen etwa in Ostdeutschland. Eine heile Welt? »Nur vermeintlich ist das ein Idyll«, sagt Naturschützer Mayer. Ein kalter Wind trägt den Fahrzeuglärm der Autobahn 5 durchs Rheintal heran. »Das ist eine Landschaft, die verloren gehen wird – aller Voraussicht nach«, sagt der 62-Jährige. Und mit ihr Hummelorchidee, Kiebitz und Feldhase. Obwohl am Oberrhein vieles noch schöner und heiler aussieht als anderswo, sind alle Faktoren zu sehen, die dazu führen, dass Tiere und Pflanzen aussterben. Axel Mayer zeigt mit der Hand auf die Getreide- und Maisfelder: »Wo heute Äcker sind, waren vor zehn, zwanzig Jahren noch Wiesen. Und so etwas« – er deutet auf ein Gebüsch am Wegesrand, das in den Acker hineinragt – »entfernen die Landwirte nach und nach.« Für den N

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