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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2023
Der Inhalt:
Religion & Kirchen
Leben & Kultur
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Krieg in Israel und Gaza
Postkolonialer Antisemitismus

von Constantin Wißmann vom 18.11.2023
Einige junge Linke protestieren nach dem Massaker der Hamas vor allem gegen Israel. Was geht in ihnen vor? Ein Erklärungsversuch.
Demo gegen Israel in Athen: In den Augen einiger Linker verüben jetzt ausgerechnet die Juden einen Genozid(Foto: PA/ZUMAPRESS / Nikolas Georgiou)
Demo gegen Israel in Athen: In den Augen einiger Linker verüben jetzt ausgerechnet die Juden einen Genozid(Foto: PA/ZUMAPRESS / Nikolas Georgiou)
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Seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober, als so viele Juden an einem Tag ermordet wurden wie nie zuvor seit dem Zweiten Weltkrieg, gab es viele verstörende Bilder und Videos zu sehen. Eines zeigt gar nicht brutale Gewalt, es stammt auch nicht aus Israel oder Gaza, es sind, so darf man annehmen, nicht einmal Palästinenser oder Israelis, Muslime oder Juden zu sehen. Es sind auch offensichtlich keine Neonazis. Vor dem Außenministerium in Berlin sitzen jüngere Menschen, weißdeutsch, Studentenmilieu. Sie brüllen »Free Palestine from German guilt.«

Was sie damit meinten, ein paar Tage nach dem Massaker, ist Folgendes: Deutschland könne wegen seiner Geschichte, also weil die Nazis sechs Millionen Juden ermordet haben, nicht unbefangen auf den Nahostkonflikt schauen. Die Deutschen und der d

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E. Günter Schumacher 15.12.2023:
Bravo! Ich gratuliere Constantin Wißmann zu diesem Artikel. Er liefert nicht nur eine präzise Diagnose, sondern hat auch den Mut – angesichts der traditionell politisch linken Verankerung von Publik-Forum – quasi »selbstkritisch« gefährliche Schwachstellen der extremen Linken zu benennen, ob diese nun in der Vergangenheit oder in der Gegenwart (aktuelle Woke-Welle) zu verorten sind.

Claudia Lutter 15.12.2023:
Diesen Artikel finde ich absurd bis zynisch. Zu fast jedem Absatz könnte ich einen Essay schreiben und meinen Widerspruch begründen. Ein echter Witz ist für mich die Aussage betreffend die Hilfe für die Palästinenser in Gaza und im Westjordanland durch Europa und die USA, und dass dieses geschundene Volk ohne diese Hilfe nicht überleben würde. War Herr Wißmann schon einmal für längere Zeit im Westjordanland oder in Gaza oder in einem der palästinensischen Flüchtlingslager in Syrien oder im Libanon? Diese dort angeblich geleistete Überlebenshilfe, mit der sich die beiden Hauptlieferanten von Waffen die Hände in Unbeteiligtsein waschen wollen, ist eine Farce. Nur der Dreck geht durch das Waschen nicht weg. Die Rüstungsindustrie der beiden Länder macht tolle Profite, indem ein Volk zusammengebombt wird und nachher liefert man Food und Wasser zum weiteren Dahinvegetieren. Erbärmlicher geht es wohl nicht mehr.

Cornelia Wiemeyer-Faulde 21.11.2023, 05:52 Uhr:
Constantin Wissmann beklagt, dass auf Pro-Palästina Demonstrationen das Plakat „Free Palestine from German guilt“ gezeigt wurde. Ein Freund mit palästinensischen Wurzeln erklärte mir dieses Plakat so: Er verstünde die Größe des Verbrechens, das von den Deutschen an den Juden begangen worden sei. Er hätte aber das Gefühl, dass sein Vater ungerechterweise für dieses Verbrechen bezahlen musste, als er mit seiner Familie 1948 aus Lydda vertrieben wurde. Alles, was in der Gedenkfeier am 9.11 zu dem Thema „Das Geheimnis der Erlösung ist die Erinnerung“ gesagt wurde, sei ihm sehr nachvollziehbar gewesen, denn es schmerze auch ihn, dass die Erinnerung an die Nakba in Deutschland verdrängt würde. Der Artikel ist ein sehr gutes Beispiel für diese Verdrängung, denn er verschweigt, wie Israel zu einem mehrheitlich jüdischen Staat wurde. Ein Staat, in dem Juden und Moslems friedlich miteinander leben könnten, wäre aus Sicht meines Freundes die bessere Lösung gewesen. Cornelia Wiemeyer-Faulde

Georg Lechner 16.11.2023, 19:20 Uhr:
Die hier angeführten Beispiele sind jenseitig und klar zu verurteilen. Was aber die Stimmung gegen die israelischen Regierungen mehr und wirksamer beeinflusst hat, waren die Worte von Erich Fried: "Als ihr verfolgt wurdet, war ich einer von euch. Wie aber kann ich noch zu euch gehören, da ihr selbst Verfolger geworden seid?" Angesichts des Massakers von Sabra und Shatila (das Ariel Sharon zu verantworten hatte), verschärft durch die Operation "gegossenes Blei" und die Realpolitik der israelischen Regierungen der letzten drei Jahrzehnte (mit systematischer Drangsalierung der Palästinenser) darf die skeptische Position gegenüber den zunehmend rechtslastig gewordenen Regierungen nicht verwundern.
Für mich ist es angesichts der (mit Cyberspezialisten der IDF entwickelten) Spionagesoftware Pegasus undenkbar, dass Regierung und Armeeführung vom Angriff der Hamas überrascht wurden.