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Pfarrer protestieren im Hambacher Wald

von Markus Dobstadt vom 18.09.2018
Der Dürener evangelische Pfarrer Martin Gaevert über eine Sitzblockade im Hambacher Wald, den Kohleabbau und die Rolle der Kirche in dem Konflikt
Eine Sitzblockade im Hambacher Wald. Auch Pfarrer der evangelischen Gemeinde Düren haben kürzlich auf diese Weise protestiert. Pfarrer Martin Gaevert befürwortet im Interview solchen gewaltfreien Widerstand (Foto: pa/Stoffefl)
Eine Sitzblockade im Hambacher Wald. Auch Pfarrer der evangelischen Gemeinde Düren haben kürzlich auf diese Weise protestiert. Pfarrer Martin Gaevert befürwortet im Interview solchen gewaltfreien Widerstand (Foto: pa/Stoffefl)

Publik-Forum.de: Herr Gaevert, Sie und weitere Pfarrerinnen und Pfarrer der evangelischen Gemeinde Düren haben in der vergangenen Woche eine Sitzblockade im Hambacher Wald gemacht. Wie kam es dazu?

Martin Gaevert: Als wir gehört haben, dass am Donnerstag die Räumung im Wald beginnen sollte, haben wir uns spontan entschlossen, unser wöchentliches Pfarrertreffen im Wald abzuhalten. Wir haben uns um 6.30 Uhr im Wald bei Buir getroffen. Die Polizei kam kurz danach an und hat uns aufgefordert, unsere Versammlung zu verlegen. Ein Teil von uns hat dann beschlossen, dort zu bleiben und zivilen Ungehorsam auszuüben.

Sie wurden dann weggetragen?

Gaevert: Ja, wir wurden weggetragen, die Personalien wurden aufgenommen, und es gab Platzverweise.

Gab es Gewalt gegen Sie?

Gaevert: Es wurden routänemäßig die Schmerzpunkte gegriffen, das tat schon weh. Und das unter den Augen der Presse. Das untergräbt das Vertrauen, denn was passiert, wenn die Presse nicht dabei ist? Die Polizei kriminalisiert größtenteils den Protest und verhält sich damit wie die Politik. Inzwischen ist das Gelände großräumig abgesperrt, die Öffentlichkeit ist aus dem Wald ausgesperrt. Aber die Polizei hat eine schwierige Rolle in dem Konflikt, das sehen wir auch. Nicht jeder Polizist ist glücklich mit dem Einsatz. Das haben wir gehört.

Was erwarten Sie vom Energiekonzern RWE?

Gaevert: Wir halten die Rodung des Hambacher Walds für überflüssig, erst recht jetzt, während in der Politik über den Kohleausstieg diskutiert wird. Seit

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