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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2020
Mission impossible
Kolonialismus und Rassismus in christlichem Gewand
Der Inhalt:

»Als ob ich nicht existiere«

von Simone Schlindwein vom 22.06.2020
Kämpft für den Klimaschutz und gegen Rassismus: Vanessa Nakate, die Gründerin von Fridays for Future in Uganda. Weltweit bekannt wurde sie, als sie von einem Foto vom Weltwirtschaftsforum in Davos abgeschnitten worden war
Demonstriert für Klimaschutz: Die Aktivistin Vanessa Nakate aus Uganda an einer Kreuzung in Kampala – vor dem Corona-Lockdown (Foto: Sadurni)
Demonstriert für Klimaschutz: Die Aktivistin Vanessa Nakate aus Uganda an einer Kreuzung in Kampala – vor dem Corona-Lockdown (Foto: Sadurni)

Es war an einem Donnerstagabend zu Beginn des Jahres 2019, als die Uganderin Vanessa Nakate mit ihrer Mutter vor dem Fernseher saß und Nachrichten schaute. »Was ich dort sah, hat mich aufgerüttelt und mein Leben verändert«, sagt sie.

Das Wasser des Victoriasees war über die Ufer getreten und hatte Holz- und Lehmhütten überschwemmt. Viele verloren ihr Haus und ihre Habe. Eine Mutter trug ihr Kleinkind über dem Kopf, um es aus den Fluten zu retten. Das alles ereignete sich keine fünf Kilometer entfernt von dem Haus, in dem die heute 23-Jährige mit ihren Eltern und Geschwistern in Ugandas Hauptstadt Kampala lebte. »Da wurde mir klar«, sagt Nakate: »Es ist Zeit, etwas zu ändern.« Die junge Frau nickt und ihre lockigen Haare wippen mit. »Klimawandel ist in Afrika kein Problem der Zukunft, sondern passiert schon jetzt.«

Es war der Abend vor ihrer Abschlussfeier an der staatlichen Makerere-Universität. Dort hatte Nakate Wirtschaft studiert und ihre Abschlussarbeit zum Thema Klimawandel verfasst. Dazu hatte sie untersucht, wie anhaltende Regenfälle und lange Dürreperioden die Landwirtschaft in ihrem Heimatland Uganda beeinflussen.

Anstatt die festlichen Kleider herauszulegen und sich die Haare zu machen, zeichnete sie in dieser Nacht ein Plakat: »Climate Strike Now«. Direkt nach der Ansprache des Universitätsdekans stürmte sie in ihrer schwarzen Universitäts-Soutane und dem eckigen Hut vom Campus und postierte sich mit ihrem Plakat auf einer der geschäftigsten Straßenkreuzungen in der Innenstadt Kampalas. Dies war der Beginn von Fridays for Future in Uganda. »Ich stand dort anfangs alleine«, berichtet Nakate.

Ein Jahr später, im Januar dieses Jahres, reiste sie

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