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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2020
Der Gott von gestern
Warum die Kirchen in der Krise sprachlos sind
Der Inhalt:

Klimaticket statt Billigflüge

von Wolfgang Kessler vom 09.07.2020
Österreich bereitet die ökologische Verkehrswende vor
Die Züge der Österreichischen Bundesbahnen sollen Flüge ersetzen, wenn das Ziel in unter drei Stunden erreichbar ist. (Foto: pa/Huber)
Die Züge der Österreichischen Bundesbahnen sollen Flüge ersetzen, wenn das Ziel in unter drei Stunden erreichbar ist. (Foto: pa/Huber)

Die Bundesregierung rettet die Lufthansa, ohne ihre Hilfe an ökologische Bedingungen zu knüpfen. Ganz anders handelt die schwarz-grüne Regierung Österreichs: Sie verkündete gleichzeitig mit der Rettung der Austrian Airlines den Einstieg in eine ökologische Verkehrswende.

Mit 300 Millionen Euro will die Regierung die Bahn ausbauen und dafür sorgen, dass mehr Züge in dichterem Takt in mehr Regionen fahren. Damit auch mehr Menschen einsteigen, führt sie 2021 ein Klimaticket ein. Für 1095 Euro im Jahr – das sind drei Euro am Tag – können alle Busse, Straßenbahnen, U-Bahnen und Fernzüge in Österreich benutzt werden. Schon heute kann man für 365 Euro pro Jahr alle öffentlichen Verkehrsmittel in Vorarlberg oder in Wien nutzen. Busse, Straßenbahnen, und Züge sind seither besser ausgelastet.

Zudem sollen Nachtzüge Flüge ersetzen. Schon heute verbinden Nightjets der Österreichischen Bundesbahnen ÖBB Städte in Deutschland und in der Alpenrepublik mit Venedig, Rom, Budapest, Brüssel, Zagreb, Sylt und bald auch mit Amsterdam. Künftig sollen es mehr werden. Seit 2016 haben die Nachtzüge 12 000 innereuropäische Flüge ersetzt, sagen die ÖBB.

Fliegen wird dagegen eingeschränkt und verteuert. Inlandsflüge an Ziele, die unter drei Stunden mit der Bahn erreichbar sind, soll es nicht mehr geben. Ein Flugticket kostet künftig mindestens 40 Euro. Plus eine Ticketsteuer von 12 Euro.

Da der Ausbau der Bahn in den ländlichen Regionen mehr Arbeitsplätze schaffen wird, als rund um Flughäfen verloren gehen, ist der Widerstand gering. Österreich könnte zum Vorreiter einer nachhaltigen Verkehr

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