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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2011
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Der Rendite-Pater

vom 11.03.2011
Der Bestseller-Autor Anselm Grün legt Wert auf Achtsamkeit? nur nicht beim Geld

Von Wolfgang Kessler

Er hat mit seinen Büchern Millionen Menschen den Weg zum wahren Glück gewiesen; er vermittelt in Vorträgen durchaus jene innere Ruhe, die er predigt. Benediktinerpater Anselm Grün wäre ein wahrer Meister der Achtsamkeit, hätte er nicht eine eher unachtsame Beziehung zum Geld.

Klar ist, dass er die Millionenerlöse aus seinen Büchern für sein Kloster gut anlegen will. Klar ist auch, dass dies ganz ohne Rendite nicht geht, da hundert Mönche und 300 Klosterbedienstete nicht von Backwaren, Schmuck und einem Verlag leben können. Deshalb hat Anselm Grün klare Vorstellungen von Geldanlage. In einer Sonntagszeitung bekannte er sich zu Renditen von sechs bis zehn Prozent.

Menschenrechte? Auf Platz 2

Damit rückt der Benediktiner in die Nähe jener Spekulanten, denen es egal ist, wer ihre Rendite bezahlt, Hauptsache, sie werden reich. Zwar investiert Grün nicht in Rüstungsaktien, doch mit chinesischen Fonds hat er keine Probleme, »obwohl ich sehe, dass dort in Sachen Menschenrechte Nachholbedarf besteht«.

Mit dieser Strategie steht Grün in der Tradition von Kirchen und Stiftungen. Dort pochen viele Finanzverwalter auf hohe Renditen, um mit ihnen Gutes zu tun. Sie vergessen dabei, dass hohe Renditen oft mit Geschäften verdient werden, die mehr kaputt machen, also man mit hohen Erträgen wieder gutmachen kann. Mit Achtsamkeit oder christlicher Nächstenliebe hat dieser Umgang mit Geld nichts zu tun.

Das wahre Glück

Dabei könnte Anselm Grün leicht aus dieser Glaubwürdigkeitslücke ausbrechen. »Weniger ist mehr« empfiehlt er seinen Leserinnen und Lesern - warum nicht mit geringeren Renditen zum wahren Glück? Und die Erlöse, die sein Kloster braucht, könnte er mit Fonds verdienen, die unter klaren ethischen Bedingungen inves

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