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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2020
Der Sinnlosigkeit widerstehen
Ostern in der Corona-Krise
Der Inhalt:

Ausharren in heiterer Gelassenheit

von Alexander Schwabe vom 11.04.2020
Das Leben in der Corona-Krise ist ein Leben unter Vorbehalt: Bin ich infiziert? Welche wirtschaftlichen Folgen kommen auf uns zu? Auch im österlichen Heilsdrama gibt es eine Phase des Wartens mit ungewissem Ausgang: den Karsamstag.
Corona macht sich auf der ganzen Welt breit. (Illustration: pa/dieKLEINERT.de/Kostas Koufogiorgos)
Corona macht sich auf der ganzen Welt breit. (Illustration: pa/dieKLEINERT.de/Kostas Koufogiorgos)

Ein hervorstechendes Merkmal dieser Tage ist die Unsicherheit. Viele Fragen sind offen: Steckt das Virus schon in mir? Wer wird an ihm sterben? Welche Folgen hat der Shutdown, das Einfrieren des öffentlichen Lebens? Was, wenn Menschen zu Hause depressiv werden oder durchdrehen und um sich schlagen? Was, wenn die Wirtschaft zusammenbricht, wenn eine tiefe Rezession in den USA den gesamten Erdball in den Abgrund reißt, wenn die Arbeitslosigkeit steigt, wenn Armut um sich greift, wenn soziale Unruhen ausbrechen, wenn der Euro unter den Schuldenbergen zusammenbricht, wenn die Altersvorsorge keine mehr ist?

Es ist davon die Rede, die Welt werde nach Corona eine andere sein. Es wird gefragt, welches politische System sich bewähren wird. Die Antwort kann nur heißen: Egal, welches Staatsmodell im Kampf gegen die Seuche effizienter war, die freiheitlichen demokratischen Grundsätze sind nicht infrage zu stellen. Autokratische Regierungsformen sind keine guten Alternativen. Über die Gesellschaft lernen wir in der Krise zunächst, was wir längst wussten: Dass sich die einen in der Not solidarisch zeigen, sich andere hingegen immer nur selbst der Nächste sind – auch wenn es um Klopapier geht. Jetzt wird es darauf ankommen, wie lange eine separiert lebende Gemeinschaft den Ausnahmezustand aushält, wie lange jeder Einzelne mit weniger Autonomie auskommt. Viele junge Menschen machen erstmals die kollektive Erfahrung, dass das Leben nicht immer glatt läuft, dass es Brüche und Entbehrungen gibt, dass es nicht nur ein Abenteuer für Privilegierte ist. Dass sich aber auch etwas gravierend zum Guten verändern lässt – weshalb sich viele für andere einsetzen.

Dann gibt es die Deuter. Doch die Versuche, die Pandemie zu interpre

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