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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2019
Respekt. Vertrauen. Versöhnung
Was der Mensch zum Leben braucht
Der Inhalt:

Wie lassen sich Vorurteile überwinden?

von Eva-Maria Lerch vom 26.12.2019
Geschichten gegen den Hass: Bastian Berbner war verzweifelt über die wachsende Gewalt und die Spaltung der Gesellschaft. Auf der ganzen Welt suchte er Menschen, die es geschafft haben, ihre Vorurteile abzulegen
Wie geht Versöhnung? Der erste Schritt besteht darin, Vorurteile zu überwinden(Illustration: istockphoto/Meriel Jane Waissman)
Wie geht Versöhnung? Der erste Schritt besteht darin, Vorurteile zu überwinden(Illustration: istockphoto/Meriel Jane Waissman)

Publik-Forum: Herr Berbner, Sie sind durch Deutschland und die Welt gereist, um »Geschichten gegen den Hass« zu sammeln. Wie haben Sie die denn gefunden?

Bastian Berbner: Die erste Geschichte fiel mir ganz von allein zu. Die NDR-Redaktion, für die ich damals arbeitete, schickte mich auf die Schwäbische Alb, wo Tausende von Flüchtlingen in einer Kaserne untergebracht waren. Im Internet kursierten die übelsten Gerüchte – etwa dass die Flüchtlinge Frauen belästigt, Ziegen gestohlen und geschächtet hätten. Dort traf ich auf Gerold Huber, einen Bauern, dessen Hof direkt neben dem Gelände lag.

Wie hat der Bauer auf die Flüchtlinge reagiert?

Berbner: Gerold Huber war zunächst gegen die Unterbringung der Flüchtlinge und hat persönlich beim Landratsamt dagegen protestiert. Die Vorstellung, dass Tausende traumatisierte Menschen aus islamischen Ländern direkt neben seinem Hof leben sollten, machte ihm Angst. Der Bauer fürchtete um die Sicherheit seiner drei Kinder. Als die Flüchtlinge dann aber da waren, kamen manche auf seinen Hof, baten um Milch, und er gab sie ihnen. Er sah, dass auch viele Kinder auf dem Kasernengelände spielten. Seine Tochter ging dann häufig hinüber und half den Kindern bei den Hausaufgaben, auch seine Frau engagierte sich. Je mehr von den neuen Nachbarn Gerold Huber kennenlernte, umso netter fand er sie. Am Ende setzte er beim Landratsamt durch, dass die Flüchtlinge einen Shuttlebus ins Dorf bekamen. Huber hatte seine Meinung geändert!

Wie kamen Sie eigentlich darauf, solche Geschichten gegen den Hass zu suchen?

Berbner: Es begann im

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