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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2022
Der Inhalt:
Religion & Kirchen

Zukunft
Kraft der Schwarzmalerei

Menschen sehnen sich nach Utopien und Hoffnung. Geht man aber davon aus, dass die Zukunft nicht vorhersehbar ist, sondern dunkel, braucht man etwas anderes: Schwarzmalerei. Erfolgreich vorgemacht hat es Greta Thunberg.
von Eva Horn vom 10.06.2022
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Vergebliche Mühe? »A Life (Black and White)« ist eine performative Installation des bulgarischen Künstlers Nedko Solakov. Zwei Menschen streichen die Wände des Raums, während der gesamten Ausstellungsdauer, einer schwarz, der andere weiß. Dabei übermalen sie jeweils das Werk des anderen. (Foto: Ognyan Trifonov / Alamy Stock Photo)
Vergebliche Mühe? »A Life (Black and White)« ist eine performative Installation des bulgarischen Künstlers Nedko Solakov. Zwei Menschen streichen die Wände des Raums, während der gesamten Ausstellungsdauer, einer schwarz, der andere weiß. Dabei übermalen sie jeweils das Werk des anderen. (Foto: Ognyan Trifonov / Alamy Stock Photo)
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Jede Person, die sich mit dem gegenwärtigen ökologischen Zustand des Planeten beschäftigt, für Fridays for Future in Talkshows geht oder sich sonst mit Nachhaltigkeitsthemen oder dem Anthropozän beschäftigt, verbringt viel Zeit damit, Probleme zu erklären: Was eigentlich das Neue und Unerhörte der Klimakrise ist. Dass der Klimawandel nicht mal das einzige Problem ist, das der Planet gegenwärtig hat. Wie schwierig ein Ausstieg aus den fossilen Energien ist, welche Kräfte diesem Ausstieg entgegenstehen. Welche tiefen Konflikte die ökologische Transformation heraufbeschwören wird, so notwendig sie ist. Und nicht zuletzt: Wie eilig wir es mit diesem Ausstieg jetzt haben, nachdem die Politik 30 Jahre damit verschwendet hat, abzuwarten.

Solche Diagnosen hinterlassen nicht wenige Leute ratlos. Irgen

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Andreas Krause 08.07.2022:
Die Überschrift der letzten Ausgabe – »Kraft der Schwarzmalerei« – finde ich doch kolossal irreführend. Zum einen werden im zugehörigen Artikel unter Schwarzmalerei eher Aspekte wie Realismus, Trotz oder Entschlossenheit in Krisensituationen beschrieben, was vielleicht wünschenswerte Teilaspekte, aber sicherlich nicht die gängigen Eigenschaften des Begriffes darstellt. Zum anderen erlebe ich es leider selbst im engen Bekanntenkreis, wie deprimierend, lähmend und destruktiv permanente Schwarzmalerei der Zukunft durch eine Person auf deren Mitmenschen wirken kann. Von der positiv konnotierten »Kraft« der Schwarzmalerei zu sprechen, erscheint mir da wie bitterer Hohn.

Christel und Roland Diehl 08.07.2022:
Herzlichen Dank an Eva Horn für diese ausgezeichnete Situationsbeschreibung der anderen Art. Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft sollten sie sehr genau lesen. Die Bedrohung nähert sich den verursachenden Industrieländern, Handlungsbeschleunigung ist überfällig. Die Mahnungen der Wissenschaft in den Wind geschlagen, wurden 30 Jahre mit Wenig- bis Nichtstun verplempert. Es muss dringend und unverzüglich gelöscht werden. Wenn das 1,5-Grad-Klimaziel noch zu erreichen sein sollte, dann unverzüglich und konsequent heraus aus den fossilen Energien, kompromisslos hinein in die Erneuerbaren, vorneweg mit Wind und Sonne. Ohne Zwangsmaßnahmen wird es nach den vielen versäumten Jahren der klimapolitischen Verantwortungslosigkeit nicht mehr gehen – Tempolimit, Sonntagsfahrverbote, Inlandsflugverbote sind noch die harmloseren. Freiwilligkeit, langwierige Genehmigungsverfahren – Schnee von gestern.

Georg Lechner 08.07.2022:
Alles, was schiefgehen kann, geht auch irgendwann tatsächlich schief, wenn nicht zuvor entsprechend vorgebeugt wurde. Das ist der Präventionsansatz aus der chemischen Industrie, den auch die Behörden (zumindest in industriell hochentwickelten Ländern) angesichts diverser Katastrophen aufgegriffen haben und Anlagenbetreiber diesbezüglich begutachten und Auflagen für den weiteren Betrieb der Anlagen verfügen. Wie in der Industrie so kosten auch in der Gesundheitsvorsorge oder in der Konfliktverhütung die Vorbeugungsmaßnahmen etwas – und stehen damit der Gewinnmaximierung entgegen. Besonders massiv sind die kurzfristigen finanziellen Interessen, die der Konfliktverhütung entgegenstehen.

Georg Lechner 14.06.2022, 12:10 Uhr:
Alles, was schiefgehen kann, geht auch irgendwann tatsächlich schief, wenn nicht zuvor entsprechend vorgebeugt wurde. Das ist der Präventionsansatz aus der chemischen Industrie, den auch die Behörden (zumindest in industriell hochentwickelten Ländern) angesichts diverser Katastrophen aufgegriffen haben und Anlagenbetreiber diesbezüglich begutachten und Auflagen für den weiteren Betrieb der Anlagen verfügen.
Wie in der Industrie, so kosten auch in der Gesundheitsvorsorge oder in der Konfliktverhütung die Vorbeugungsmaßnahmen etwas und stehen damit der Gewinnmaximierung entgegen. Besonders massiv sind die kurzfristigen finanziellen Interessen, die der Konfliktverhütung entgegenstehen. Aus solchen Interessen wurden auch die Lehren aus dem 2. Weltkrieg missachtet, die erste offene Missachtung von Art. 42 der UNO-Charta 1999 (zur militärischen Durchsetzung des Neoliberalismus am Balkan) zog seitdem weitere nach sich, aktuell heuer mit dem Krieg gegen die Ukraine.

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