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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2020
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Beziehungskrise

von Barbara Schellhammer vom 28.08.2020
Lockdown, Kurzarbeit, Insolvenzen – die Corona-Krise hat harte, abrupte Folgen gehabt. Doch Masken, Abstand, Videokonferenzen und E-Learning verändern die Gesellschaft auch langsam, schleichend: Ein Sozialwesen geht auf Distanz.
»Das Gehirn ist ein Beziehungsorgan, das Verbindung zu anderen braucht, um zu lernen«, sagt die Kulturphilosophin Barbara Schellhammer (Foto: shutterstock/mirzavisoko)
»Das Gehirn ist ein Beziehungsorgan, das Verbindung zu anderen braucht, um zu lernen«, sagt die Kulturphilosophin Barbara Schellhammer (Foto: shutterstock/mirzavisoko)
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Gerade in Ausnahmesituationen rücken Menschen zusammen. Das ist ein natürlicher Impuls, weil die körperliche Nähe unsere Angst beruhigt und uns das Gefühl nimmt, die Krise ganz allein durchstehen zu müssen. Doch jetzt, in Zeiten des Corona-Virus, ist das plötzlich anders, denn hier gilt das Gebot des »Social Distancing«. Wir sind, wie dies Angela Merkel zu Beginn der Krise mit dem Hinweis auf eine »scheinbar paradoxe Sache« ausdrückte, aufgefordert, Solidarität zu zeigen, indem wir Abstand halten. Diese Widersprüchlichkeit begleitet uns nun schon seit Monaten. Sie steht für einen massiven Bruch in unserer Alltagserfahrung, der vor allem damit zu tun hat, dass wir leibliche Wesen sind.

Vieles, was wir gerade als befremdlich empfinden, beginnt dann eine klarere Form anzunehmen, wenn wir uns offen

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