In Filterblasen und Echokammern
Ein Gespenst geht um in der Welt – das Gespenst der Polarisierung. Spätestens seit Donald Trump die politische Bühne betreten hat, sind in Amerika die Anhänger der Republikaner und die Parteigänger der Demokraten so tief verfeindet, dass der bekannte Journalist und Polit-Blogger Ezra Klein gar von den »gespaltenen Staaten von Amerika« spricht. Es scheint so, als ob Konservative und Progressive in zwei komplett verschiedenen Wirklichkeiten lebten. Sie nehmen kaum noch Notiz voneinander, und wenn, dann fast nur im Modus des Unverständnisses, der Ablehnung, der Häme und des Hasses. Auch in Deutschland haben sich die öffentlichen wie privaten Diskussionen verschärft, gerade die Corona-Pandemie ab 2020 wirkte dabei wie ein Brandbeschleuniger. Der Eindruck drängt sich auf, dass es nicht mehr um das bessere Argument oder die berechtigte Kritik geht. Anstatt ins Gespräch zu kommen, steht der kompromisslose Schlagabtausch im Vordergrund. Die deutliche Abgrenzung vom Gegner ist das eine, sich der eigenen Gruppenzugehörigkeit zu vergewissern ist die andere Funktion der starken Worte. Nicht die Frage, was richtig ist, sondern: auf welcher Seite stehst du? bestimmt die Debatten.
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Armin Rohrwick arbeitet bei Publik-Forum als Layouter und lebt mit seiner Familie im Taunus bei Frankfurt am Main.

