Hiroshima
»Als hätte die Bombe die Eingeweide der Erde zerrissen«
Hiroshima am 6. August 1945 (Foto: pa/United Archives)
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Datum der Erstveröffentlichung: 23.07.2025
Miyoko Matsubara ist eine ›Hibakusha‹, eine Zeugin des Atomwaffeneinsatzes in Hiroshima. Sie war von dem Tag, der ihr Leben prägen sollte, gezeichnet, ihr Körper nach mehr als 30 Operationen vernarbt und müde. Doch sie folgte ihrem Auftrag, immer wieder eindringlich über das Erlebte zu berichten.Als wir zusammensaßen, liefen uns beiden während des Gespräches die Tränen über das Gesicht. Miyoko erzählte wie in Trance, während ihre Hände wie von allein einen Friedenskranich für mich falteten, »den wohl Zehntausendsten«, wie sie mir beim Abschied sagte. Miyoko Matsubara lebt nicht mehr, sie starb am 10. Februar 2018 im hohen Alter von 85 Jahren – 73 Jahre nach dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima. Soll man solche Worte deshalb im Archiv verstauben lassen? Nein! Die Zeugenschaft bleibt lebendig.
Es sollte eins der bewegendsten und berührendsten Interviews werden, die ich im Lauf meines journalistischen Lebens geführt habe. Ich begegnete Miyoko Matsubara, dieser kleinen, schmächtigen, etwas gebeugten Frau, vor zehn Jahren, als sie im Alter von über 70 Jahren mit ihrer stillen, unbeugsamen Kraft zum x-ten Mal um die Welt flog, um die junge Generation zu warnen: zu warnen vor der Hölle, in die sie geblickt hatte, zu erinnern an das unermessliche Leid, zu dessen Zeugin sie geworden war, zu berichten über den nuklearen Holocaust, der unter dem Begriff der »atomaren Abschreckung« fast schon normal klingt.
Miyoko Matsubara ist eine ›Hibakusha‹, eine Zeugin des Atomwaffeneinsatzes in Hiroshima. Sie war von dem Tag, der ihr Leben prägen sollte, gezeichnet, ihr Körper nach mehr als 30 Operationen vernarbt und müde. Doch sie folgte ihrem Auftrag, immer wieder eindringlich über das Erlebte zu berichten.Als wir zusammensaßen, liefen uns beiden während des Gespräches die Tränen über das Gesicht. Miyoko erzählte wie in Trance, während ihre Hände wie von allein einen Friedenskranich für mich falteten, »den wohl Zehntausendsten«, wie sie mir beim Abschied sagte. Miyoko Matsubara lebt nicht mehr, sie starb am 10. Februar 2018 im hohen Alter von 85 Jahren – 73 Jahre nach dem Abwurf der Atombombe über Hiroshima. Soll man solche Worte deshalb im Archiv verstauben lassen? Nein! Die Zeugenschaft bleibt lebendig.
Es sollte eins der bewegendsten und berührendsten Interviews werden, die ich im Lauf meines journalistischen Lebens geführt habe. Ich begegnete Miyoko Matsubara, dieser kleinen, schmächtigen, etwas gebeugten Frau, vor zehn Jahren, als sie im Alter von über 70 Jahren mit ihrer stillen, unbeugsamen Kraft zum x-ten Mal um die Welt flog, um die junge Generation zu warnen: zu warnen vor der Hölle, in die sie geblickt hatte, zu erinnern an das unermessliche Leid, zu dessen Zeugin sie geworden war, zu berichten über den nuklearen Holocaust, der unter dem Begriff der »atomaren Abschreckung« fast schon normal klingt.

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