Was mir wertvoll ist …
Die Tradition der Lakota
Natürlich vermisse ich hier in der Prärie die Berge meiner Heimat, aber der sternenübersäte Nachthimmel über diese endlos scheinende Weite fasziniert mich bis heute. Nicht weit vom Pine-Ridge-Reservat entfernt erheben sich die majestätischen Berge der Paha Sapa, der Black Hills, ein Paradies mit Flüssen und Seen. Die Berge sind den Lakota heilig, und sie waren ihnen »für die Ewigkeit« versprochen. Aber die Weißen haben – wie sie es immer taten – auch diesen Vertrag gebrochen. Für das Volk der Lakota blieben nur die kargen Ebenen der Prärie, auf denen kaum etwas wachsen will.
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Isabel Stadnick (66) kommt 1989 mit einer Reisegruppe in die Reservation der Lakota in Pine Ridge, gelegen zwischen den Bundesstaaten Nebraska und North Dakota, in einen der ärmsten Landstriche in den Vereinigten Staaten. Wenig später heiratet die damals 32-Jährige den Lakota Robert Stadnick. Sie wird Mutter von drei Kindern und lernt das Volk ihres Mannes kennen und lieben. Nach siebeneinhalb gemeinsamen Jahren stirbt ihr Mann, und Isabel Stadnick kehrt mit ihren Kindern in die Schweiz zurück. Aber das Heimweh nach der Weite der Prärie lässt der Familie keine Ruhe. 2008 kehrt sie zurück in das Land am Fuße der heiligen Black Hills. Heute leitet sie die Lakota-Waldorfschule für die Kinder des Pine-Ridge-Reservats.

