Tragend und tragisch
Vorweg: Popsongs wie »The Sound of Silence« des US-amerikanischen Duos Simon and Garfunkel sind Kunstwerke. Und wie alle Kunst mehrfach mehrdimensional. Man kann sich ihnen zwar mit Mitteln rationaler Erkenntnis, mit Musiktheorie und Sprachanalyse annähern. Aber um sie einigermaßen zu verstehen – letztlich immer mehr subjektiv als objektiv –, braucht es ebenso Einfühlung, Sinnlichkeit, Symbolverständnis. Ihre Sprache ist eher lyrisch als faktisch. Sie rangiert oftmals zwischen Gefühlsausbruch, tiefer Philosophie und dem schnöden Zwang, einigermaßen passende Endreime zu finden. Manches ist eher oberflächlich dahergesagt als tiefsinnig ersonnen. Aber eben auch umgekehrt. Bei einem Song gehören zudem Musik und Klänge ebenfalls ganz substanziell zur inhaltlichen Botschaft dazu und sind nicht nur Dekoration und Zierrat. Darum mehrfach mehrdimensional.
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Stefan Herok ist Pastoralreferent i. R. in der Pfarrei St. Bonifatius in Wiesbaden, Autor von kirchlichen Beiträgen im Radio und Kirchenkabarettist.

