Kopf in Ketten
Propaganda basiert auf Lügen und Falschinformationen. Propaganda ist ein historisches Phänomen, es wurde insbesondere von den deutschen Nationalsozialisten und Stalins Machtapparat in der ehemaligen Sowjetunion angewendet. Propaganda verbreiten heute lediglich die autoritären Feindesstaaten des Westens wie Russland und China, um die Meinungen ihrer Bevölkerungen zu lenken. Demgegenüber informieren und beeinflussen westliche Demokratien ihre Bevölkerungen mit wohlwollender Absicht zur Meinungsbildung. Denn in einer Demokratie gibt es keine Propaganda. – Dieses in Wissenschaft und Gesellschaft häufig verbreitete Narrativ setzt Propaganda mit kruden Lügen gleich, die lediglich in repressiven Gesellschaften verbreitet würden. Stimmt das wirklich? Sind nicht seit über einem Jahrhundert westliche Demokratien enormen Propagandakampagnen ausgesetzt? Und: Beinhaltet Propaganda nur Lügen und Desinformation oder kann es sich bei Propaganda auch um subtile Beeinflussungstechniken handeln, bei denen gegebenenfalls sogar auf wahre Fakten zurückgegriffen wird?
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Florian Zollmann ist Senior Lecturer in Journalism an der Newcastle University in Großbritannien. Zu seinen Schwerpunkten gehören Kriegsberichterstattung und Propaganda. 2017 erschien bei Peter Lang (New York) sein Buch »Media, Propaganda and the Politics of Intervention«, das Doppelstandards in der Berichterstattung zu internationalen Konflikten untersucht.

