Baron Münchhausen war kein Lügner
Der Ritt auf der Kanonenkugel, eine Reise zum Mond oder die Geschichte, wie er sich selbst am Schopf samt Pferd aus dem Sumpf zieht – alle Welt kennt Münchhausen, den sogenannten Lügenbaron. Seine fantastischen Abenteuer sind in über 50 Sprachen übersetzt. Die Bücher, oft reich illustriert, sind heute vor allem in der Abteilung Kinder- und Jugendbuch zu finden; auch im Film und auf der Theaterbühne taucht der adelige Geschichtenerzähler immer wieder auf. Mit seiner Art zu flunkern hat er sogar ein eigenes Textgenre begründet: die Münchhausiade. Ein Klassiker der Literatur also ist der Aufschneider und Hochstapler, legendär und weltberühmt – aber was vielleicht nicht alle wissen: Jenen Adligen namens Münchhausen hat es wirklich gegeben, echt wahr! Er wurde am 11. Mai 1720 als Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen im niedersächsischen Bodenwerder geboren, wo er auch am 22. Februar 1797 gestorben ist. Dem Mann widerfuhr allerdings das seltene und seltsame Schicksal, schon zu Lebzeiten in eine Kunstfigur verwandelt zu werden. Wenn der Name Münchhausen fiel, meinte man den tollkühnen Helden der Bücher, hinter dem der echte Freiherr aus Bodenwerder verschwand. Im Reich der Dichtung wurde also Münchhausen unsterblich, aber mit dem Ruf, ein Lügner zu sein, haderte der wahre Freiherr bis zu seinem Lebensende.
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Armin Rohrwick studierte Germanistik, er arbeitet bei Publik-Forum als Layouter und lebt mit seiner Familie im Taunus bei Frankfurt am Main.

