In Treue verbunden
Vertrauen
Ein gutes Miteinander braucht Vertrauen. Das gilt für das Miteinander in der Freundschaft, Partnerschaft und in Vereinen und Firmen. Es gilt aber auch für das Miteinander in der Gesellschaft und für das Miteinander der Völker und Staaten. Vertrauen bedeutet, dass man sich aufeinander verlassen kann, dass man den Worten trauen kann, dass das, was wir sprechen, auch wahr ist. Verlässlichkeit und Vertrauen sind die beiden Grundpfeiler jeder Gesellschaft. Wo aber die Lüge ungeniert verbreitet wird, entsteht nicht nur Verwirrung und Verunsicherung. Das Vertrauen in den Menschen und das Vertrauen in die Institutionen geht verloren. Auch das Vertrauen in die Medien geht verloren. Wir spüren heute in Deutschland, dass das Vertrauen in die Politik geschwunden ist. Die Menschen werden orientierungslos. In dieser Orientierungslosigkeit entstehen dann als Reaktion Verschwörungstheorien oder Ideologien. Man sucht mitten in dem Chaos an Informationen einen festen Halt, ohne zu prüfen, ob die eigene Meinung der Wirklichkeit entspricht. Die Orientierungslosigkeit raubt uns alle Kraft. Man wird müde und hat keine Lust mehr, sich mit der Wirklichkeit auseinanderzusetzen. Denn jeder interpretiert sie anders und oft genug biegt er die Wirklichkeit so, wie er sie haben möchte.
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Anselm Grünist Mönch und erfolgreicher geistlicher Autor. Er lebt in der Benediktinerabtei Münsterschwarzach bei Würzburg.

