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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2020
Der Gott von gestern
Warum die Kirchen in der Krise sprachlos sind
Der Inhalt:

»Wenn es zu Hause kein Vorbild gibt«

von Katrin Schreiter vom 29.07.2020
Katja Urbatsch unterstützt mit der Initiative Arbeiterkind.de junge Menschen, die als Erste der Familie studieren
Macht Mut: Katja Urbatsch (links) berät und bestärkt (Foto: Jens Schulze)
Macht Mut: Katja Urbatsch (links) berät und bestärkt (Foto: Jens Schulze)

Es gibt immer wieder Situationen, in denen ich mich ärgere. Über die Ignoranz, wenn Leute meinen, Bildungsgerechtigkeit sei doch schon lange kein Thema mehr. Das stimmt nicht! Für viele Jugendliche aus Familien ohne Hochschulerfahrung ist der Weg an die Uni immer noch nicht selbstverständlich. Diese Schülerinnen und Schüler unterstützen wir mit Arbeiterkind.de. Unsere gemeinnützige GmbH gibt es nun schon seit zwölf Jahren. Ich bin Gründerin und Geschäftsführerin, koordiniere mit meinem Partner die Arbeit, halte viele Vorträge und werbe die finanziellen Mittel ein.

Unsere Aufgaben haben sich im Laufe der Jahre nicht geändert: Da geht es zum einen ums Zutrauen. Wenn in der eigenen Familie noch niemand studiert hat, muss man erst einmal auf die Idee kommen, an die Uni zu gehen. Es gibt ja zu Hause niemanden, der ein Vorbild wäre. Häufig reagieren die Eltern auf einen Studienwunsch mit Unverständnis oder Ablehnung. Manche fühlen sich nicht wohl, weil sie nicht mit eigenen Erfahrungen helfen können. Andere haben Angst vor dem Ungewissen oder sie wollen einfach nicht, dass ihr Kind an einen anderen Ort zieht. Und schließlich ist da noch die Frage der Finanzierung und die Angst vor Schulden. Wir wollen den Jugendlichen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen. Dafür engagieren sich bundesweit 6000 Ehrenamtliche in achtzig lokalen Arbeiterkind-Gruppen. Sie informieren im Vorfeld und unterstützen auf dem Weg vom Studieneinstieg bis zum Abschluss. Da die Ehrenamtlichen größtenteils selbst in der ersten Generation studiert haben, können sie aus eigener Erfahrung über ihren Bildungsaufstieg erzählen und so auch Vorbild sein.

Ich freue mich immer wieder, wenn ich mir bewusst mache,

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