Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2017
Wem gehört die Welt?
Einblicke in die Machtverhältnisse des globalen Kapitalismus
Der Inhalt:

Muslime: Mehr Distanz zu Terror?

Es gibt muslimische Mahnwachen, Demonstrationen für den Frieden und Stellungnahmen von Islamverbänden gegen Gewalt. Dennoch wird nach jedem islamistischen Anschlag gefordert, deutsche Muslime müssten sich stärker vom Terror distanzieren. Zwei Musliminnen fragen sich: Ist das nötig? Die eine sagt: Ja! Die andere: Nein! Und Ihre Meinung?
Müssen sich Muslime immer neu von islamistischen Terroranschlägen weltweit distanzieren? »Ja!«, sagt Sineb El Marar (links). »Nein, das wäre falsch!«, findet dagegen Canan Topcu (rechts). (Fotos: privat; pa/Schindler)
Müssen sich Muslime immer neu von islamistischen Terroranschlägen weltweit distanzieren? »Ja!«, sagt Sineb El Marar (links). »Nein, das wäre falsch!«, findet dagegen Canan Topcu (rechts). (Fotos: privat; pa/Schindler)

Sineb El Masrar: »Ja! Wir müssen mehr Haltung zeigen«

»Es geht darum, Haltung zu zeigen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Vielfalt. Auch in Form von Demonstrationen. Wie das aussieht, können Muslime selbst entscheiden – der Demonstrationskreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. All diese Werte, von denen wir Muslime hierzulande ja ebenfalls profitieren, sind hart erkämpft worden und kein Selbstläufer. Wir stehen als Bürgerinnen und Bürger daher auch in der Pflicht, dies mit zu bewahren. Ob wir darauf nun Lust haben oder nicht.

Eine Distanzierung ist keine Stigmatisierung, sondern ein selbstbewusster Akt der Zivilcourage! Für Menschen mit Migrationshintergrund, für Muslime, Juden, Frauen oder Homosexuelle ist es immer wieder wichtig, Demonstrationen gegenüber ausgrenzenden, völkischen oder gewalttätigen Ideologien und Bewegungen wahrzunehmen. Das schafft Sicherheit, Zuversicht, Anerkennung und Austausch. Wer das negiert oder lächerlich macht als Muslim, leugnet, dass Menschen soziale Wesen sind und immer auch Rückmeldungen ihres Gegenübers benötigen. Selbst Einzelgänger und Einzelgängerinnen.

Es gibt viele menschenfeindliche Ideologien auf der Welt. Der Islamismus gehört dazu. Er hat sehr wohl mit dem Islam zu tun, ob uns Muslimen das gefällt oder nicht. Sich damit endlich offen und selbstkritisch auseinanderzusetzen, ist für das friedliche Zusammenleben unserer Nachkommen von großer Bedeutung. Es gilt daher, die Deutungshoheit nicht muslimischen Reakti

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen