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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2020
Mahlzeit!
Mikroplastik – die allgegenwärtige Gefahr
Der Inhalt:

Was hat Bonhoeffer mit Trump zu tun?

von Thomas Bastar vom 05.03.2020
Dietrich Bonhoeffer wird missbraucht: Wie rechte Ideologen versuchen, den Theologen und Widerstandskämpfer zu kapern
Ikone, auch für Rechte? Bonhoeffer-Statue an der Westminster Abbey, London (Foto: Peter Horree / Alamy Stock Photo)
Ikone, auch für Rechte? Bonhoeffer-Statue an der Westminster Abbey, London (Foto: Peter Horree / Alamy Stock Photo)

Seit 2019 hängt an der Gedenkstätte Flossenbürg eine Bronzetafel, mit der US-Präsident Donald Trump das Andenken Dietrich Bonhoeffers ehrt, der dort 1945 vom NS-Regime ermordet wurde. US-Botschafter Richard Grenell sprach bei der Enthüllung der Tafel davon, wie Dietrich Bonhoeffer ihn berührt habe: »Indem er für seine Überzeugungen den Tod riskierte, lehrte er uns, wie man ein erfülltes Leben führen kann.«

Dass ausgerechnet Donald Trump und sein umstrittener Botschafter sich als Fans des protestantischen Widerstandskämpfers Bonhoeffer zeigen, überrascht. Denn beide stehen für eine rechtsgerichtete Agenda, die mit Bonhoeffer in Verbindung zu bringen schwerfällt. Grenell etwa hatte 2018 in einem Interview mit den ultrarechten Breitbart News ganz undiplomatisch angekündigt, die Rechtskonservativen in Europa stärken zu wollen: »Ich denke, die Wahl von Donald Trump hat die Menschen befähigt zu sagen, dass sie es einfach nicht zulassen können, dass die politische Klasse vor einer Wahl entscheidet, wer diese gewinnt und wer kandidiert.«

Wie Amerikas religiöse Rechte seit einigen Jahren das Erbe Bonhoeffers kapert, untersucht Arnd Henze, WDR-Journalist und Synodaler der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Bonhoeffers Rede vom Widerstand nutzen evangelikale US-Christen, die gegen Abtreibung und Homo-Ehe streiten, ohne Skrupel für ihren Kulturkampf gegen das liberale Establishment. Zurück geht diese Instrumentalisierung auf Eric Metaxas. Er veröffentlichte 2010 eine Bonhoeffer-Biografie, die vornehmlich in Nordamerika große Verbreitung fand. In dem Buch stilisiert Metaxas Bonhoeffer als einen konservativen Evangelikalen, der in der Konfrontation mit

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