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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2020
Mahlzeit!
Mikroplastik – die allgegenwärtige Gefahr
Der Inhalt:

Um Gottes willen

von Michael Schrom vom 01.03.2020
Die Zerstörungskraft von Atomwaffen ist unvorstellbar. Die Logik der Welt kann das Problem nicht lösen. Ein Beitrag zur Münchner Sicherheitskonferenz
Wer bis an die Zähne bewaffnet ist, kann kaum glaubhaft vom Frieden reden (Zeichnung: Stuttmann)
Wer bis an die Zähne bewaffnet ist, kann kaum glaubhaft vom Frieden reden (Zeichnung: Stuttmann)

Wer eine Katastrophe heraufziehen sieht und Alarm schlägt, will nicht recht behalten. Im Gegenteil. »Recht zu behalten ist eine kümmerliche Befriedigung. Der Warner vor einem großen Unglück würde es ja vorziehen, ganz und gar widerlegt zu werden.« Der Philosoph Robert Spaemann (1927-2018) hat sein Leben lang vor der Atomkraft gewarnt. Kompromisslos hat er jegliche Nutzung abgelehnt, die zivile ebenso wie die militärische. Er begründete dies sowohl mit grundsätzlichen moralischen Erwägungen als auch mit seiner dezidiert christlichen Überzeugung. Die pessimistischen Sätze formulierte er als Vorwort zu einem Büchlein mit dem bezeichnenden Titel »Nach uns die Kernschmelze«. Es bündelt seine wichtigsten Aufsätze und Argumente und erschien 2011.

Knapp zehn Jahre später: Während der Münchner Sicherheitskonferenz sitzen an einem regnerischen Abend die ehemalige US-amerikanische Außenministerin Madeleine Albright, ihr damaliger Amtskollege Joschka Fischer und der Münchner Kardinal Reinhard Marx auf dem Podium der Katholischen Akademie in Bayern. Die Frage lautet: Ist es eine Illusion, dass wir oder eine spätere Generation jemals in einer atomwaffenfreien Welt leben dürfen? Die bittere Antwort: Ja, das ist eine Illusion. Schlimmer noch: Atomwaffen verlieren in bestimmten Kreisen ihren Schrecken. Militärexperten, Rüstungsfabrikanten und Sicherheitsberater sprechen ungeniert von smart nuclear weapons. Damit meinen sie eine Weiterentwicklung der atomaren Waffensysteme, von der sie sich eine bessere Kontrolle über die Zerstörungskraft versprechen. Die Absicht ist klar: Atomwaffen sollen als beherrschbar und damit als potenziell einsetzbar gelten. Dazu kommt:

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