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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2012
Verloren im Vatikan
Ein Reformkonzil wird 50
Der Inhalt:

Tebartz-van Elst: Gold im Gürtel

von Eva-Maria Lerch vom 07.09.2012
Die öffentliche Debatte über den Amtsstil des Limburger Bischofs stellt alle Bischöfe vor die Frage: »Wer sind wir eigentlich?«
Ein Bischof macht Schlagzeilen: Franz-Peter Tebartz-van Elst ist zur Zielscheibe des Protests vieler Katholiken gegen das Gebaren ihrer Oberhirten geworden. (Foto: pa/May)
Ein Bischof macht Schlagzeilen: Franz-Peter Tebartz-van Elst ist zur Zielscheibe des Protests vieler Katholiken gegen das Gebaren ihrer Oberhirten geworden. (Foto: pa/May)

Der Limburger Bischof kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Seit Franz-Peter Tebartz-van Elst 2008 den Bischofsstab des beliebten Franz Kamphaus übernahm, produziert er pausenlos öffentliche Aufreger. Menschen wie Medien kritisieren seine erzklerikale Amtsauffassung, seine einsamen Entscheidungen, seine Neigung zu liturgischem Pomp und kirchlichen Ehrentiteln. Während die Gemeinden immer mehr knapsen müssen, baut ihr Bischof auf dem Limburger Domberg für mehr als fünf Millionen Euro eine neue Residenz mit Empfangsräumen, Wandelpark, Bibliothek und überdimensionierter Privatkapelle. Für weitere Schlagzeilen sorgte jetzt ein Flug zu kirchlichen Sozialprojekten in Indien, den Tebartz und sein Generalvikar Franz Kaspar nicht wie einfache Touristen oder Geschäftsleute, sondern in der Luxusklasse zurücklegten: »First Class in die Slums«, titelte Der Spiegel.

Die Kritik am Limburger Bischof ist ein Symptom für etwas anderes

Der 52-jährige Tebartz, der sich gern auch mal mit lila Schärpe und schwerem Goldkreuz am Steuer eines BMW-Cabrios fotografieren lässt, bietet zweifellos ein gefundenes Fressen für die kirchenkritische Presse, die sich genüsslich auf ihn eingeschossen hat. Das Problem reicht aber weit über die Merkwürdigkeiten eines einzelnen Ortsbischofs hinaus. Der Fall Tebartz wirft eine grundsätzliche Frage auf, die der deutsche Episkopat nach dem Verfall der Volkskirche dringend klären muss. Die Frage lautet: »Wer sind wir eigentlich?«

Sind unsere Bischöfe die Gebietsmanager einer global agierenden Firma mit Zentrale in Rom? Dann dürfen sie natürlich Luxusklasse fliegen. Sehen sie sich als klerikale Ministerpräsidenten, die ein kirchlich

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