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Gefährliche Pöbeleien

Europa wird für den Wahlkampf missbraucht. Das ist kurzsichtig
von Micha Heitkamp vom 07.09.2012
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Die CSU versucht Stimmen an Stammtischen zu gewinnen, angeführt von dem oft lauten, aber selten sachlichen Generalsekretär Alexander Dobrindt. Wenn aber mit Markus Söder nicht nur irgendein Parteifunktionär, sondern der bayrische Finanzminister fordert, man müsse an Griechenland ein Exempel statuieren, zeugt das nicht nur von wenig ökonomischem Sachverstand. Sondern es offenbart auch das Instrument des Nationalismus, mit dem die CSU ihre Wahlen gewinnen will. Wie gering der Wert der europäischen Idee in Söders und Dobrindts Partei ist, erkennt man, wenn Söder sagt: »Irgendwann muss jeder bei Mama ausziehen, und die Griechen sind jetzt so weit.« In Söders Weltsicht haben offenbar die unterentwickelten und faulen Griechen alles von den schlauen und starken Deutschen gelernt und bekommen. Redet er von den Griechen, von denen wir die großen Werte Europas, etwa die Demokratie, gelernt haben? Und von den Deutschen, die in zwei Weltkriegen Elend und Tod über den gesamten Kontinent gebracht haben? Vergessen scheint, dass wir heute, nach all dem, mit alten Feinden wie Frankreich, Großbritannien oder Polen in friedlicher Nachbarschaft leben.

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