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#synod2015: Knickt der Pontifex ein?

von Thomas Seiterich vom 16.10.2015
Die dritte und letzte Woche der römischen Weltbischofssynode über Ehe und Familie bricht an. Jetzt treffen in der Synoden-Aula des Vatikans die Sprecher der Konservativen und der Erneuerer direkt aufeinander. Am 24. Oktober wird abgestimmt; danach entscheidet Franziskus: Wird er Maßgebliches an der Lehre der Kirche ändern? Sein Reformkurs stößt auf massive Widerstände
Papst Franziskus in diesen Tagen im Gespräch mit Bischöfen aus aller Welt: Die konservative Phalanx einiger Mitbrüder macht ihm schwer zu schaffen. Er versucht's mit Umarmungsstrategie. Ob das nützen wird? (Foto: pa/dpa/Fabio Frustaci)
Papst Franziskus in diesen Tagen im Gespräch mit Bischöfen aus aller Welt: Die konservative Phalanx einiger Mitbrüder macht ihm schwer zu schaffen. Er versucht's mit Umarmungsstrategie. Ob das nützen wird? (Foto: pa/dpa/Fabio Frustaci)

Liebe Leserinnen, Leser und Freunde von Publik-Forum! Ich bin schon unterwegs nach Rom, um Ihnen von der Entscheidungswoche im Vatikan zu berichten.

Man kann sich Sorgen machen, denn die römische Weltbischofssynode steht auf der Kippe. Sie ist das Baby von Papst Franziskus. Ohne groß seine Kardinäle und die Kurie zu konsultieren, hat er das innerkirchlich extrem heikle Thema Familie, Ehe und Sexualität seit 2014 auf die Tagesordnung seiner Weltkirche gesetzt.

Franziskus hat bei unzähligen Christen Hoffnungen geweckt. Eine neue Barmherzigkeit schwebt ihm vor, die denen gelten soll, die von der überkommenen katholischen Ehe-Doktrin hart ausgegrenzt werden: Homosexuelle Menschen und die große Zahl der wiederverheirateten Geschiedenen.

Protestturm der Konservativen

Rund vierzig Stunden haben die 270 Synoden-Bischöfe und die nicht stimmberechtigten Laien und Ordensvertreter aus aller Welt in überschaubaren Sprachgruppen diskutiert. Dabei wurden Feindbilder und Vorurteile abgebaut, so ist zu hoffen. Von diesen intensiven Gesprächen drang nur wenig nach außen.

Draußen prägt der Proteststurm der Konservativen die Stimmung. Dreizehn konservative Kardinäle haben nichtöffentlich einen Brandbrief an Franziskus geschrieben. Der ist während der Synode publik geworden, weil er an das Magazin L'Espresso durchgestochen wurde. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, sprach deswegen von einem neuen »Vatileaks«. Es öffne sich wieder der Abgrund des Verrats, wie seinerzeit im Jahr 2012 gegen Papst Benedikt XVI., der über jenen Skandal amtsmüde wurde. Zugleich steht Müller selbst im V

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