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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2018
Der Mord und der Westen
Der Fall Saudi-Arabien: Handel, Macht und Menschenrechte
Der Inhalt:

»Nicht zu fassen, was Bischöfe gesagt haben«

von Anne Strotmann vom 08.11.2018
Jüngst ist die Welt-Jugendsynode in Rom zu Ende gegangen. Die Generation U-35 debattierte heftig mit der Generation Ü-70: den Bischöfen der römisch-katholischen Kirche. Was wird sich jetzt ändern? Fragen an Thomas Andonie, den Vorsitzenden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)
Auf Augenhöhe? Thomas Andonie (ganz links) überreicht Papst Franziskus Post von Jugendlichen aus Deutschland. (Foto: Vatican Media)
Auf Augenhöhe? Thomas Andonie (ganz links) überreicht Papst Franziskus Post von Jugendlichen aus Deutschland. (Foto: Vatican Media)
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Publik-Forum: Herr Andonie, Sie waren vier Wochen lang in Rom, um an der Jugendsynode teilzunehmen. Wie ist es Ihnen ergangen?

Thomas Andonie: Es war ein Wechselbad der Gefühle. In der Synodenaula saßen rund 350 Leute aus der ganzen Welt, die alle ihren Glauben unterschiedlich kommunizieren und ganz andere Lebenswirklichkeiten haben. Besonders erschüttert hat mich das Statement eines jungen Irakers, der nur einen Wunsch hatte: Frieden. Bei manchen Statements von Bischöfen konnte ich nicht fassen, dass sie das gerade wirklich gesagt haben. Da war ich richtig entsetzt.

Wie sah Ihr typischer Tagesablauf aus?

Andonie: Ich bin um sechs Uhr aufgestanden, dann

Kommentare
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Paul Haverkamp
10.11.201813:48
Andonie sagt u.a.: „Im Abschlussdokument steht: „Junge Menschen sind Orte theologischer Erkenntnis.“

Wenn diese Aussage der Grund seiner Hoffnung ist, so sollte er diese Hoffnungsfloskel möglichst schnell vergessen.

Solange diese Kirche androzentrisch, intransparent, autoritär und undemokratisch regiert wird, sollte man sich keiner Hoffnung auf eine Veränderung hingeben.

Die kath. Kirche funktioniert leider seit Jahrhunderten nur noch – um es mit einem von N. Luhmann eingeführten Terminus zu formulieren - als selbstreferentielles System; ein solches System zeichnet sich dadurch aus, dass es operational geschlossen ist und sich in seinen Prozessen nur auf sich selbst bezieht.

Ein autopoietisches System „Kirche“, das nicht bereit ist, den Prozess einer „ecclesia semper reformanda“ einzuleiten und sich stattdessen einigelt als „societas perfecta“, ist nolens volens auf dem besten Weg, durch konsequente Gegenwartsnegierung sich selbst zu obsoleszieren.

Paul Haverkamp
Heidrun Meding
09.11.201809:15
Ich befürchte, der Vorsitzende des Bundes der deutschen katholischen Jugend, Thomas Andonie, erliegt einer massiven Illusion.
Warum sollte sich eine Institution wie die katholische Kirche grundlegend ändern, nur weil einige wenige Jugendliche dies von den leitenden Herren in Rom und anderswo verlangen oder gar fordern.
Die Vergangenheit hat mehr als einmal gezeigt, daß die Strukturen dieser Kirche seit Jahrhunderten so stark verhärtet sind, daß ein "Ausbruch ins Freie" undenkbar erscheint.
Eine Organisation, in der nur alte Männer das Sagen haben, kann sich schon von daher nicht wirklich ändern oder reformieren. Warum diese Kirche dennoch Welt-Jugendsynoden veranstaltet, bleibt mir unklar und grenzt an Augenwischerei. Dort und anderswo fehlt die Ernsthaftigkeit der römischen Kurie, sich neuen Erkenntnissen zu öffnen. Wir könnten auch sagen: Gott will es so. Dies dürfte in der Tat zutreffen. Von einer Institution, die die "Kriminalgeschichte des Christentums" zu verantworten hat...