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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

»Jetzt, heute brauchen wir ein Konzil«

von Thomas Seiterich vom 24.05.2019
Dreißig Jahre nach den Ökumenischen Versammlungen in Magdeburg und Dresden: Fragen an den evangelischen Theologen Friedrich Schorlemmer
Kürzlich in Berlin: Erinnerung an die Ökumenische Versammlung in der DDR vor dreißig Jahren, wenige Monate vor der Friedlichen Revolution. Heute braucht es ein Konzil im Geiste der Schöpfungsenzyklika Laudato si von Papst Franziskus, sagt der evangelische Theologe und frühere Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer (Fotos: oerbb.de; epd/bohm)
Kürzlich in Berlin: Erinnerung an die Ökumenische Versammlung in der DDR vor dreißig Jahren, wenige Monate vor der Friedlichen Revolution. Heute braucht es ein Konzil im Geiste der Schöpfungsenzyklika Laudato si von Papst Franziskus, sagt der evangelische Theologe und frühere Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer (Fotos: oerbb.de; epd/bohm)

Publik-Forum: Was bleibt von den Ökumenischen Versammlungen 1989 in der DDR?

Friedrich Schorlemmer: Da trafen sich angesichts größter atomarer Überlebenssorgen für die Menschheit in der autoritären Welterlösungsdiktatur der DDR evangelische und katholische Christen. Sie wurden sprechfähig und frei miteinander und sie hörten und schauten auf die Zeichen der Zeit. Was sie verabschiedeten, war großartig. Kein einziger Satz voller Hass, sondern gut begründete Vorschläge für ein gutes und gewaltfreies Leben aller Menschen. Im Geist von Albert Schweitzer: »Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.« Die christlichen Delegierten der Ökumenischen Versammlungen hatten ja das staatliche Gegenüber beziehungsweise den Gegner im Blick. Doch sie sprachen und dachten so inklusiv, dass sie keinen verletzten.

Was war damals gut?

Schorlemmer: Dass die konfessionellen Unterschiede überwunden wurden. Und dass die Delegierten auch für die vielen Nichtchristen sprachen. Sie erkannten, dass es auf das Zusammenwirken ankam, dass die Unterschiede nicht so wichtig waren und welche Umkehr ihnen zugemutet war. Sie fanden Antworten darauf, was es bedeutet, aus dem Schalom Gottes zu leben und dies als Gabe und Aufgabe zu verstehen.

War es die bedeutendste Kirchenversammlung in der deutschen Friedensgeschichte des 20. Jahrhunderts?

Schorlemmer:

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