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vom 06.09.2020
von Damaris Hecker, Heidelberg

Ich habe Hoffnung.

Ich habe Hoffnung fast unerschütterlich
Ja weiß ich doch, dass sie trägt mich
Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage
Ich freue mich über das Leben, das ich habe
Über Familie, keine Frage
Über Berufung, denn ich bin bereit
Ich habe Hoffnung, dass die Versorgung bleibt
Hoffe bald wieder zu Menschen zu gehen
Und vieles mehr an Gutem zu sehen
Gerne würde ich diese Hoffnung von mir
Nutzen wie Geschenkpapier
Alles darin einwickeln, um sie wirklich zu empfinden
Voller Vorfreude reißen und die Schnüre aufbinden
Oder aber ganz vorsichtig zu lösen die Klebestreifen
Und nicht aufzureißen
Sondern sie wiederzuverwenden
Um sie weiter zu verschenken
Um in der Hoffnung viele Sachen
Ja um das Beste einzupacken
und sie dann weiterzuschenken
Die Hoffnung, die nicht alle denken

Gott, lass mich in deiner Hoffnung tränken
Gott, lass mich deine Hoffnung hier
Weiterschenken, schenk mir viel Papier
Damit ich sie nicht verlier‘
Im herausfordernden Alltags-Corona-Gewirr
Mit Überladung und Einsamkeit
Mit Überforderung und Unsicherheit
Mit Verlust und manchem Frust
Dass nicht Wut entsteht
Oder nur Genervtsein mich dreht

Sondern dass wir an all die denken,
die ihr Leben sehr beschränken
die hungern und in Lagern warten
dass nun von uns endlich folgen Taten
an die, die große Ängste haben und leben mit vielen Fragen
die Gewalt und Misshandlung müssen ertragen
an die, die leben auf zu engem Raum
und deren Tage sich anfühlen wie ein Albtraum
an die, die einsam sind oder sogar liegen im Sterben
wie kann für sie wieder Hoffnung werden?

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Gott, ich wünsche mir von dir
Große Bögen Geschenkpapier
HOFFNUNG
Bereit, sie vorsichtig, bedacht zu verwenden
Naja oder sie doch etwas verschwenden
Ich werde nicht reißen, das verspreche ich dir
Ich werde ganz vorsichtig Papier für Papier
Nehmen mir und verteilen hier.

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Alle Beiträge des Erzählprojektes »Die Liebe in Zeiten von Corona«

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