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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2020
Menschen statt Grenzen
Wie eine Feministische Außenpolitik die Welt verändern könnte
Der Inhalt:

Georg Bätzing soll vorangehen

von Michael Schrom vom 03.03.2020
Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen neuen Vorsitzenden. Das Votum ist ein Bekenntnis zum Synodalen Weg
Neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: Georg Bätzing, Bischof von Limburg (Foto: pa/Ulmer)
Neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: Georg Bätzing, Bischof von Limburg (Foto: pa/Ulmer)

In der christlichen Ikonografie ist der heilige Georg ein tapferer Ritter. Auf hohem Ross kämpft er gegen Drachen. Georg Bätzing, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, kommt nicht auf hohem Ross daher. Er fährt einen bescheidenen Peugeot und verschmähte die luxussanierte Limburger Bischofswohnung. Ob er ein tapferer Ritter ist, wird sich noch herausstellen. Angst scheint er jedenfalls keine zu haben. Erst übernahm er ein zerrüttetes Bistum, jetzt machten ihn seine Amtskollegen zu ihrem Anführer in einer existenzbedrohenden und vielschichtigen Kirchenkrise. Diese Herausforderungen sind mit Drachenkämpfen vergleichbar.

Es muss als großer Vertrauensbeweis gelten, dass Bätzing »nicht viel mehr als zwei Wahlgänge« (genauer gesagt: vier) brauchte, um die Nachfolge von Kardinal Reinhard Marx anzutreten. Man habe eine Liste von Fragen und Aufgaben erarbeitet, denen sich die Kirche stellen müsse, und von dort aus nach einem geeigneten Kandidaten gesucht, erzählt der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf, der neben Franz-Josef Overbeck (Essen) und Heiner Wilmer (Hildesheim) selbst zu den Favoriten zählte.

Kohlgraf, Overbeck und Wilmer sind jeweils durch theologische Statements aufgefallen. Kohlgraf mit seinen Einlassungen über Sakrament und Ehe. Overbeck mit dem Satz, dass die Weihe nicht am Y-Chromosom festgemacht werden könne, und der Bereitschaft, seine Position zur Homosexualität zu korrigieren. Und Wilmer mit der ungewöhnlich deutlichen Kritik, dass Machtmissbrauch »in der DNA der Kirche« stecke. Dadurch haben sie Profil gewonnen und Neugier geweckt.

Von Bätzing gibt es dagegen bis dato keine vergleichbar mutigen Sätze. Zwar verteidigte er den Frankfurter Jesuiten Ansgar Wu

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