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Digitale Kirche
Gemeinschaft ohne Nähe?

Gottesdienste und Gebet gibt es auch im Internet – nicht erst seit der Pandemie. Doch die sozialen Netzwerke bieten Platz für Glaube jenseits von Institutionen. Wie dabei Gemeinschaft entstehen kann, zeigen zwei Projekte auf Instagram.
von Judith Bauer vom 17.02.2022
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Das feministische Andachtskollektiv wirbt mit dem Logo der guten Hirtin (Fotos: istockphoto/Farknot_Architect; instagram.com/fak.kollektiv, Illustration: Lena Müller)
Das feministische Andachtskollektiv wirbt mit dem Logo der guten Hirtin (Fotos: istockphoto/Farknot_Architect; instagram.com/fak.kollektiv, Illustration: Lena Müller)

Nur zwölf Minuten dauert die Andacht. Sie beginnt mit einer jungen Frau, die eine Luftschlange Richtung Kamera pustet und die Zuschauenden im Singular begrüßt: »Schön, dass du da bist.« Das feministische Andachtskollektiv hat eingeladen, mitfeiern kann man am Handy, auf der Plattform Instagram. Die zwölf Minuten sind ein wildes Sammelsurium von Videos. Tippt man den Bildschirmrand an, kann man vor- und zurückspringen: zum Eröffnungsgebet, gesprochen von einer Frau vor blühender Hecke: »Wir feiern diese Andacht im Namen Gottes, der Bewahrerin der Geschichte«, Untertitel laufen mit; man kann zur Predigt springen, einer Art Film-Montage mit gewisperten Stimmen und Bildschnipseln; oder zur Lesung in Form von schwarzen Blockbuchstaben auf einem rosa Himmel: »Denkt nicht mehr an das, was früher war.«

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