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Publik-Forum, Heft 21/2016
Gefährlicher Egoismus
Warum sich die Deutschen mit Gerechtigkeit so schwertun
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Ein Papst macht Tempo

von Tobias Käufer vom 04.11.2016
Grüner, linker, kämpferischer: Franziskus baut die katholische Kirche in Lateinamerika um. Mit neuem Personal und einem neuen Betriebssystem
 Ein Papst macht Tempo: Per Personalpolitik baut Franziskus die katholische Kirche in Lateinamerika um. (Foto: pa/Becerra)
Ein Papst macht Tempo: Per Personalpolitik baut Franziskus die katholische Kirche in Lateinamerika um. (Foto: pa/Becerra)

Ein bedeutungsvolles Lächeln konnte sich William Charpentier dann doch nicht verkneifen. Soeben hatte der Menschenrechtsaktivist der Flüchtlingsorganisation Menamird dem dominikanischen Fernsehen seine Einschätzung zum Wechsel an der Spitze des Erzbistums in Santo Domingo gegeben. Auf Kardinal Nicolas de Jesús López Rodríguez, der aus Altersgründen zurücktreten musste, folgt nun Francisco Ozoria Acosta. Das lokale Nachrichtenportal CDN, so Charpentier, habe sorgenvoll kommentiert: Konservative Kräfte sähen diese Personalentscheidung des Papstes kritisch. Denn auf López Rodríguez – einen ultrarechten Hardliner, der wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber den haitianischen Migranten von Kritikern gar des Rassismus bezichtigt wird – folge einer, der sich nicht als »Verteidiger des dominikanischen Vaterlandes« verstehe. Für diesen Kommentar hat Charpentier nur Spott übrig: Francisco Ozoria, die neue Nummer eins der Kirche in der Dominikanischen Republik, heiße eben nicht nur so wie der Papst, er teile auch dessen Leidenschaft für Flüchtlingsfragen.

Der Fall aus Santo Domingo zeigt, wie Papst Franziskus seine Macht nutzt, um sein Personal in Lateinamerika auf seinen Kurs zu bringen. Franziskus tauscht seit 2013 erzkonservative Erzbischöfe aus und verpasst den Diözesen ein neues Personalkonzept. Ähnlich wie in Santo Domingo läuft es in Montevideo. Dort staunten die Gläubigen nicht schlecht, als der neue Erzbischof Daniel Fernando Sturla Berhouet gleich zu Beginn seiner Amtszeit erst einmal die Türen für die schwul-lesbische Gemeinde in Uruguay öffnete: »Ich habe homosexuelle Freunde. Ich habe mit Männern über das Thema gesprochen, und ich habe ihnen versichert, dass Gott sie liebt«, sagte der bald z

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