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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2013
Gehätschelt und doch betrogen?
Familien in Deutschland
Der Inhalt:
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Die Wahrheit liegt nicht in der Mitte

von Jürgen Ebach vom 12.10.2013
In der Bibel findet sich viel Widersprüchliches und Gegensätzliches. Was soll gelten, was ist »schriftgemäß«? Zu einer Debatte, die Glaubende entzweit
Vieles wird in der Bibel mehrfach - und oft unterschiedlich - »berichtet«. Woran sollen die Gläubigen sich halten? (Foto: robert/Fotolia)
Vieles wird in der Bibel mehrfach - und oft unterschiedlich - »berichtet«. Woran sollen die Gläubigen sich halten? (Foto: robert/Fotolia)

Die im Sommer veröffentlichte »Orientierungshilfe« des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zum Familienthema vertritt einen offenen und weiten Familienbegriff. Sie erkennt nicht nur die bürgerliche Ehe und Kleinfamilie, sondern auch Patchworkfamilien, Einelternfamilien und gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften vollgültig als Familien an. Diese Orientierungshilfe sei nicht »schriftgemäß«, sagen kritische Stimmen, die EKD entferne sich von Schrift und Bekenntnis, um sich einem fragwürdigen Zeitgeist anzupassen.

Das Kriterium des Schriftgemäßen hat in den Kirchen der Reformation größte Bedeutung. Eines ihrer Leitworte – »sola scriptura«, »allein durch die Schrift« – wendet sich gegen ein Lehrsystem oder Lehramt, das um die Bibel einen autoritativen Verstehensrahmen legt. Trotz bleibender Differenzen der Konfessionen gilt das Streben nach einer schriftgemäßen Lehre und Praxis für die Kirchen insgesamt.

Aber was eigentlich heißt »schriftgemäß«? Ist zum Beispiel der weite Familienbegriff der EKD-Orientierungshilfe eine Abkehr von der »Schrift«? Oder nimmt er nicht vielmehr umgekehrt die biblische Vielfalt von Familienstrukturen und -bildern wahr? Biblische Verurteilungen männlicher homosexueller Praxis führen manche Bibeltreue gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften an. Ist das »schriftgemäß«, obwoh

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