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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2013
Die Andersleute
Haben die Orden noch eine Zukunft?
Der Inhalt:

Die Opfer sind empört

von Christoph Fleischmann vom 22.08.2013
München und Ahrensburg: Die evangelische Kirche tut sich mit der Bestrafung sexuellen Missbrauchs schwer. Ehrenamtliche Richter stellen zwei Verfahren ein, ohne die betroffenen Frauen anzuhören. Gerichte innerhalb der EKD urteilen unterschiedlich
Sexuelle Gewalt durch Angehörige der Evangelischen Kirche Deutschlands wird nicht geahndet, diesen Eindruck haben Opfer nach dem Umgang der ehrenamtlichen Gerichte mit Tätern in Bayern und in der Nordkirche (Foto: PA/Chromorange)
Sexuelle Gewalt durch Angehörige der Evangelischen Kirche Deutschlands wird nicht geahndet, diesen Eindruck haben Opfer nach dem Umgang der ehrenamtlichen Gerichte mit Tätern in Bayern und in der Nordkirche (Foto: PA/Chromorange)

Sinn und Ziel meiner Anzeige war, dass das, was mir als Unrecht geschehen ist, auch als Unrecht benannt wird.« So sagt es die Frau, die im Jahr 2010 ein Disziplinarverfahren gegen einen ehemaligen Oberkirchenrat der bayerischen evangelischen Landeskirche ins Rollen brachte. Sie wurde in den 1960er-Jahren als Konfirmandin von ihrem damaligen Pfarrer, der später Oberkirchenrat wurde, missbraucht. Sie habe gespürt, dass mit der Tat eine Schuld verbunden sei. Wenn aber der Täter unbehelligt im Ansehen der Kirche lebe und die Schuld nicht annehme, »dann lastet die Schuld automatisch auf dem Opfer«.

Neben der als Konfirmandin missbrauchten Frau fanden sich noch weitere Opfer sexueller Übergriffe durch den Kirchenmann. Die bayerische Landeskirche strengte daraufhin ein Disziplinarverfahren gegen den Ruhestandsgeistlichen an – mit dem Ergebnis, dass er mit der disziplinarischen Höchststrafe, der Entfernung aus dem Pfarrdienst, belegt wurde. Die Schuld war nun von einem Kirchengericht dem Täter zugewiesen. Der aber legte Widerspruch bei der nächsten und letzten Instanz ein, dem Disziplinargerichtshof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Das EKD-Gericht beschloss im Februar dieses Jahres die Einstellung des Verfahrens.

Missbrauchstäter kommt ohne Strafe davon

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass aufgrund von Alter und Gesundheitszustand des Angeklagten die von der Landeskirche verhängte Strafe unverhältnismäßig sei. Dabei spielte auch die Frage nach der Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten eine wichtige Rolle. Dazu hatte das Gericht ein medizinisches Gutachten eingeholt. Das hatte d

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