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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2014
Klaus Mertes: Was sich in der katholischen Kirche ändern muss
Der Inhalt:
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Der Heilige Geist – ein Demokrat

von Hans Torwesten vom 24.05.2014
Das Pfingstfest naht. Was feiern Christen da eigentlich? Wenn sie vom »Geist« reden – an den an diesem Tag erinnert wird – geht es immer auch um sie selbst. Denn der Geist führt auf den göttlichen Grund des menschlichen Wesens. Mit befreienden Folgen. Auf Erlebnistour mit Hans Torwesten
Pfingsten: Was feiern Christen da eigentlich? Was bedeutet es, wenn sie vom "Heiligen Geist" sprechen, der auf die Menschen herabkommt? Hans Torwesten erklärt das Pfingstfest für Menschen des 21. Jahrhunderts. (Foto: www.gettyimages.com/liberowolf)
Pfingsten: Was feiern Christen da eigentlich? Was bedeutet es, wenn sie vom "Heiligen Geist" sprechen, der auf die Menschen herabkommt? Hans Torwesten erklärt das Pfingstfest für Menschen des 21. Jahrhunderts. (Foto: www.gettyimages.com/liberowolf)

In Wien gibt es ein Restaurant mit dem Namen Cum Sancto Spiritu. Man wird hier nicht mit weicher Kaufhausmusik berieselt, sondern guter klassischer Musik ausgesetzt. Und der absolute Hit ist das »Cum sancto spiritu« aus Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe.

Mich hatte diese Stelle im »Gloria« schon immer fasziniert – und zwar durch den starken Kontrast zur vorhergehenden Stelle, die Christus als den »Höchsten« preist: »Tu solus Dominus. Tu solus Altissimus!« (»Du allein bist der Herr. Du allein bist der Höchste!«).

Man sollte meinen, Bach würde hier richtig aufdrehen – hatte er doch auch sonst keine Probleme, die Majestät Gottes (oder des Landesfürsten) in den höchsten Tönen zu verherrlichen. Doch seltsamerweise klingt diese Stelle sehr verhalten, ja irgendwie uninspiriert. Die Trompeten tröten so vor sich hin …

Ja, und dann geschieht es: Das »Cum sancto spiritu« explodiert förmlich, die Musik – und die Seele – weitet sich in einem unendlichen Jubel, in den die ganze Menschheit, ja die ganze Schöpfung mit einbezogen ist.

Warum ergreift diese Stelle so sehr? Warum reißt sie aus aller Enge und Niedergeschlagenheit heraus – hinein in die Weite göttlicher Seligkeit? Weil hier nicht mehr eine hierarchische Spitze besungen wird, zu der wir hinaufschauen dürfen (und fast eine Genickstarre dabei bekommen), sondern weil wir hier selbst im göttlichen Meer schwimmen dürfen. Die folgenden Schlussworte »In der Herrlichkeit Gottes, des Vaters« spielen da kaum noch eine große Rolle; denn: Entzündet vom Heiligen Geist sind auch wir hineingenommen in diese Herrlichkeit.

Von den drei »Personen« der christlichen Dreif

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