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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:
von Georg Denzler vom 19.03.2015
Kurienkardinal Walter Brandmüller kungelt mit den ultrakonservativen Piusbrüdern. Er will dem Papst die Werte der Tradition bewusst machen. Von Georg Denzler
Auf die allgemeine Beliebtheit von Papst Franziskus angesprochen, meinte der in Rom lebende Kurienkardinal Walter Brandmüller im vergangenen Sommer: »Die ist nur oberflächlich. Wäre diese Bewegung eine religiöse, wären die Kirchen voll« (Foto: pa/Karmann)
Auf die allgemeine Beliebtheit von Papst Franziskus angesprochen, meinte der in Rom lebende Kurienkardinal Walter Brandmüller im vergangenen Sommer: »Die ist nur oberflächlich. Wäre diese Bewegung eine religiöse, wären die Kirchen voll« (Foto: pa/Karmann)

Papst Franziskus sieht sich im Vatikan, unbemerkt von der Öffentlichkeit, einer Art Gegenpapst gegenüber: dem deutschen Kurienkardinal Walter Brandmüller. Wenige Hundert Meter entfernt vom Gästehaus Santa Marta, in dem der Papst wohnt, lebt der 86-Jährige: im Haus des Domkapitels von St. Peter. Brandmüller war am 20. November 2010 von Papst Benedikt XVI. für seine Verdienste als Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften zum Kardinal erhoben worden.

Auf die allgemeine Beliebtheit von Papst Franziskus angesprochen, meinte Brandmüller im vergangenen Sommer in der Zeitschrift Zeit Geschichte geringschätzig: »Die ist nur oberflächlich. Wäre diese Bewegung eine religiöse, wären die Kirchen voll.« So kann man das Versagen der weit hinter den Forderungen der Zeit zurückbleibenden Prälatenkirche verharmlosen und die Schuld dafür sogar auf den für die heutige Zeit aufgeschlossenen Papst schieben.

Die Welt von heute sieht Brandmüller kritisch: »Die Moderne fragt nicht: Was ist wahr?, sondern: Was nützt es? Ist es machbar? Pragmatismus und Utilitarismus sind die großen Häresien der Gegenwart.« Deutlicher könnte der einstige Augsburger Kirchenhistoriker seine Sehnsucht nach den Zeiten vor der katholischen Aufklärung nicht zum Ausdruck bringen.

Zwanzig Jahre dauern jetzt schon die theologischen Auseinandersetzungen zwischen der vatikanischen Glaubenskongregation und der Priesterbruderschaft St. Pius X. um bestimmte Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils, vor allem um die Gewissens- und Religionsfreiheit, ökumenische Annäherunge

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