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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2015
Kann Religion Frieden?
Was die Macht des Terrors bricht
Der Inhalt:

Live im Internet

Wie die Taufe milieusensibel gestaltet werden kann. Zwei Beispiele

Wie könnte eine milieusensible Taufpraxis aussehen? Darauf antwortet das »Handbuch Taufe«. Es stellt die zehn Sinus-Milieus vor und gibt jeweils beispielhaft – bezogen auf die einzelnen Milieus – Tipps zur Vorbereitung der Taufe, zum Taufgespräch und zur Feier selbst.

Beispiel: Tauffeier mit selbstbewussten Performern. Diese Menschen gehören zur Leistungselite, verfügen über ein hohes Einkommen und suchen nach persönlichen Herausforderungen. Sie möchten die Taufe als individuelles Event gestalten. Sie soll möglichst nicht in einen Gottesdienst eingebunden sein und könnte an außergewöhnlichen Orten, im Heißluftballon, in einer Bar oder einem »Haus der Stille«, stattfinden. Das Taufgeschehen wird gefilmt, auch eine Übertragung per Livestream ins Internet ist denkbar. Performern ist wichtig, dass sie und ihr Netzwerk bei der Feier mitwirken. Vielleicht treten Freunde mit ihrer Band auf. Die Taufe wird als »Deal« gedeutet, den man eingeht.

Beispiel: Taufe im hedonistischen Milieu. Menschen dieses Milieus mit ihrem großem Bedürfnis nach Kommunikation und einer geringen Frustrationstoleranz erscheint die Kirche spießig, denn sie ist aus ihrer Sicht gegen alles, was Spaß macht. Diese Menschen wollen etwas erleben, ein aufwendig gestaltetes zentrales Tauffest kommt ihnen entgegen. Alles, was nicht »spießbürgerlich« rüberkommt, ist erlaubt. Wie alle wichtigen Ereignisse im Leben wird auch die Taufe gefilmt. Hedonisten singen höchstens im Stadion gemeinsam, daher sollten Lieder eingespielt werden, die ihnen etwas bedeuten. Die Beziehung zu Gott kann in Anknüpfung an den »Beziehungsstatus« auf Facebook gedeutet werden.