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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2020
Menschen statt Grenzen
Wie eine Feministische Außenpolitik die Welt verändern könnte
Der Inhalt:

Das große Geheimnis Gott

von Michael Schrom, Anne Strotmann vom 15.03.2020
Warum glauben Sie an Gott? Die katholische Theologin Saskia Wendel, der Religionswissenschaftler und anglikanische Theologe Perry Schmidt-Leukel und die muslimische Theologin Muna Tatari im Gespräch über Fügung und Freiheit
Gottsuchende im Dialog: Muna Tatari, Saskia Wendel und Perry Schmidt-Leukel (von links nach rechts) (Foto: Leßmann)
Gottsuchende im Dialog: Muna Tatari, Saskia Wendel und Perry Schmidt-Leukel (von links nach rechts) (Foto: Leßmann)

PERSÖNLICHE ZUGÄNGE

Publik-Forum: Frau Tatari, Frau Wendel, Herr Schmidt-Leukel, wir wollen mit Ihnen über Gott reden. Können Sie uns sagen, warum Sie an Gott glauben?

Saskia Wendel: Warum jemand glaubt, lässt sich nicht beantworten. Das ist Geschenk, theologisch: Gnade. Für mich ist es plausibel, auf die Existenz Gottes zu setzen, weil das Trost bieten kann für das beschädigte Leben, ohne billig zu vertrösten.

Muna Tatari: Ich frage mich, ob ich je eine ernsthafte Alternative zum Glauben gehabt habe. Ich wurde in eine Familie hineingeboren, in der der Gottesglaube selbstverständlich war. Und ich habe bis heute keine verlässlichere Quelle für Trost, Kraft, Begleitung und Aufgerichtetwerden gefunden. Ich finde es hilfreich, mein Leben im Innersten an etwas zu binden, das größer ist als das eigene Ich. Denn ich spüre, dass ich mir selbst nicht genug bin. Diese Bindung an Gott, den ich unendlich weit und gleichzeitig sehr nah denke, hilft mir immer wieder, weit zu werden, meine Begrenzungen zu merken und zu überwinden. Sie hilft mir auch, Nähe zu gestalten.

Perry Schmidt-Leukel: Ich bin zwar in einem konservativ-katholischen Elternhaus – mit einer evangelischen Mutter – aufgewachsen, war aber mit 13 Jahren überzeugter Atheist. Später bin ich durch intensive religiöse Erfahrungen zu einem fundamentalistisch-pfingstlichen Glauben gekommen, den ich heute so nicht mehr teile …

Was waren das für Erfahrungen?

Schmidt-Leukel: Alles, was in der charismatischen Szene zu finden ist: Das Reden in Zungen,

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