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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2019
Auf der Kippe
Welche Zukunft hat die evangelische Kirche?
Der Inhalt:

Buddhistinnen kämpfen für die Weihe

von Michaela Haas vom 16.06.2019
Immer mehr Frauen in Asien wollen sich als Nonnen ordinieren lassen – gegen den Widerstand der Ordensvorsteher
Revolutionär: Das Songdhamma-Kalyani-Kloster in Thailand ist eines der wenigen buddhistischen Klöster in Asien, in dem Frauen ordiniert werden
(Foto: pa/Reuters/Perawongmetha)
Revolutionär: Das Songdhamma-Kalyani-Kloster in Thailand ist eines der wenigen buddhistischen Klöster in Asien, in dem Frauen ordiniert werden (Foto: pa/Reuters/Perawongmetha)

Wer einmal durch Thailand oder Kambodscha gereist ist, kennt das idyllisch wirkende Bild, wenn frühmorgens die Mönche in ihren leuchtend gelben Roben die Runde mit ihren Bettelschalen machen. Sie haben ein Armutsgelübde abgelegt und sollen nur essen, was ihnen gespendet wird. Die Einheimischen geben gerne, um die Klöster zu unterstützen. Aber wundern Sie sich manchmal, warum Sie nie Nonnen sehen? Die Antwort ist: Weil es offiziell keine gibt.

Nicht wenige Christen hadern mit der katholischen Kirche, weil sie Frauen von Weiheämtern ausschließt. Doch Buddhistinnen, die Nonnen werden möchten, stehen vor ähnlichen Problemen. Obwohl Buddha Shakyamuni sich bereits vor 2600 Jahren in Indien über viele patriarchalische Regeln hinwegsetzte, sich als einer der ersten Religionsführer überhaupt für die Integration von Frauen in die Gemeinschaft aussprach und seine Tante ordinierte, begeben sich Frauen, die heute einem buddhistischen Orden beitreten wollen, auf ein Minenfeld. Gerade in Asien.

Während man in Bhutan oder Thailand prunkvolle Klöster und Universitäten mit imposanten Bibliotheken für Mönche besichtigen kann, muss man meist lange durch unwegsames Gelände wandern, bis man in der Einsamkeit die armseligen Behausungen der Nonnenanwärterinnen findet, die oft in Armut leben und nur selten eine anständige Ausbildung erhalten. Vereinfacht ausgedrückt, gibt es drei große, historisch und regional geprägte Ausformungen des Buddhismus: den Theravada, wie er vor allem in Thailand, Burma, Laos, Kambodscha, Sri Lanka und Indien gelebt wird, die chinesische Tradition (Mahayana) und die tibetische (Vajrayana). Nur die chinesische Tradition kennt die volle Ordination von Frauen, in der tibetischen können Frauen allenf

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