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Benedikt XVI. – ein eitler Altpapst stichelt

von Thomas Seiterich vom 09.09.2016
Die Angriffe gegen Papst Franziskus werden schärfer. Parallel dazu erscheint ein Interview-Buch mit Altpapst Benedikt XVI. Nur Zufall? – Ein Kommentar von Thomas Seiterich
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. mischt sich noch einmal ein: In seinem neuen Buch kritisiert er die deutsche katholische Kirche heftig (Foto: pa/ Borgia)
Der emeritierte Papst Benedikt XVI. mischt sich noch einmal ein: In seinem neuen Buch kritisiert er die deutsche katholische Kirche heftig (Foto: pa/ Borgia)

Vermutlich ist es kein Zufall: Gleich nach einer Kritik im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Barmherzigkeits-Kurs von Papst Franziskus erscheint im Droemer-Verlag ein neues Werk von Benedikt XVI.. Das Buch, das ein Interview des Journalisten Peter Seewald mit dem Altpapst enthält, versucht dessen verunglückte Amtszeit aufzupolieren. Titel: »Letzte Gespräche«. Es ist, als wollte Benedikt mitprofitieren von der breiten, anhaltenden Welle der Sympathie, die Papst Franziskus und seiner den Menschen zugewandten Amtsführung gilt.

Ein Foul nach dem Ende der Spielzeit

Der seinerzeit im Amt häufig so kühle und abweisende Benedikt heischt Sympathie, indem er Persönliches erzählt, er berichtet von einer Jugendliebe, auch von eigenen Schwächen. Ein Pontifex, also ein Brückenbauer, zu den nicht konservativen Menschen, war er nie. Dafür war der bayerische Dogmatikprofessor wohl zu ängstlich. Seine Amtszeit von 2005 bis 2013 waren reich an Skandalen. Angefangen von fatalen Personalentscheidungen bis hin zum offenen Flirt mit den kirchenspalterischen Piusbrüdern.

Seine größte Tat als Papst war sein Rücktritt am Rosenmontag im Jahr 2013, nachdem er eingesehen hatte, dass ihm für die Fortführung des Amtes die Kräfte fehlten.

Weshalb nur hat der Mann sein versprochenes Schweigen gebrochen? Aus Eitelkeit oder Aggression? Vermutlich beides. Leider verübt Benedikt ein böses Foul an den deutschen Katholiken. Denn er tritt beinhart nach, obwohl seine Spielzeit längst abgepfiffen ist. Wie pauschal der bald 90-Jährige über die Kirche in Deutschland herzieht, in der er groß geworden ist und deren Privilegien er lange genoss, zei

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