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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 11/2019
Auf der Kippe
Welche Zukunft hat die evangelische Kirche?
Der Inhalt:

Auf der Kippe

Hat die evangelische Kirche eine Zukunft? Oder belügt sie sich selbst? Darüber streiten vor dem Kirchentag in Dortmund die Kirchenhistorikerin Dorothea Wendebourg, Pfarrer Siegfried Eckert und Julia Helmke, Generalsekretärin des Kirchentags
Harmonisch war nur das Grün im Hintergrund, ansonsten gab's Streit: DorotheaWendebourg (links), SiegfriedEckert und JuliaHelmke trafen sich in der Zentrale des Kirchentags in Fulda zu einem kontroversen Gespräch. (Foto: rammler.com)
Harmonisch war nur das Grün im Hintergrund, ansonsten gab's Streit: DorotheaWendebourg (links), SiegfriedEckert und JuliaHelmke trafen sich in der Zentrale des Kirchentags in Fulda zu einem kontroversen Gespräch. (Foto: rammler.com)

Publik-Forum: Die Losung des Kirchentags lautet: »Was für ein Vertrauen …« Angesichts der Vertrauenskrise der Institutionen, insbesondere der Kirchen, klingt das sehr gewagt. Wie kamen Sie zu dieser Losung?

Julia Helmke: Sie wurde in einer emotionalen Nachtsitzung gefunden, nachdem vor allem die Jugendvertreter Kritik an den anderen Vorschlägen geübt hatten. Sie hatten gesagt: Wir leben in einer Welt, in der Sicherheiten brüchig werden. Wir wissen zwar, dass es uns so gut geht, wie kaum einer anderen Generation vor uns, aber es gibt überall Vertrauensverlust und Angst. In dieser Situation sollten wir uns fragen, wie wir als gläubige Menschen Gott vertrauen können. Und wie wir Vertrauen in Gott und Vertrauen in die Gesellschaft zusammenbringen. Das Zitat aus dem Zweiten Buch der Könige (18,19) ist ja auch eine Anfrage der Ungläubigen an König Hiskija, warum er in einer politisch schwierigen Zeit sein Vertrauen auf Gott setzt. Wir setzen hinter diese Losung weder ein Frage- noch ein Ausrufezeichen, sondern lassen sie bewusst in der Schwebe. Das spiegelt die Situation vieler, die sich mit der Frage nach Vertrauen beschäftigen, ohne bereits eine Antwort gefunden zu haben.

Wie stellt sich der Kirchentag konkret vor, Vertrauen in einer gespaltenen und verunsicherten Gesellschaft zu schaffen?

Helmke: Wir haben mit Wissenschaftlern aus allen Bereichen über diese Losung gesprochen. Was heißt das in der Medizin, in der Politik, in der Sozialgesetzgebung, in der Kirche? Wir brauchen Vertrauen wie die Luft zum Atmen, aber Inhalt und Umgang damit sind nicht leicht zu greifen. Wir fragen: Kann man das auch zivilgesellschaftlich

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