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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2020
Wem gehört Jesus?
Christen und Juden streiten um den Mann aus Nazareth
Der Inhalt:

Nicht Bitterkeit, sondern Milde ausstrahlen

von Michaela Schneider vom 28.08.2020
Anselm Grün schrieb mit 62 ein Buch über die Kunst des Älterwerdens. Dann wurde er selber alt und krank. Und musste lernen, seinem eigenen Rat zu folgen. Ein Gespräch mit dem bekannten Benediktiner über den Segen der späten Jahre
Dankbar im Augenblick: Der Benediktiner Anselm Grün (Foto: Schneider)
Dankbar im Augenblick: Der Benediktiner Anselm Grün (Foto: Schneider)

Als der Benediktinerpater Anselm Grün sein Buch »Die hohe Kunst des Älterwerdens« schrieb, war er 62 Jahre alt. Das war 2007. Damals war er als Cellerar für die wirtschaftliche Verwaltung der rund zwanzig Betriebe der großen Benediktinerabtei im unterfränkischen Münsterschwarzach zuständig, zugleich hatten ihn seine spirituellen Bücher bereits weit über kirchliche Kreise hinaus bekannt gemacht. Doch vor fünf Jahren erkrankte Pater Anselm an Nierenkrebs. Da habe er neu durchleben müssen, was er selbst in seinem Buch über das Alter geschrieben hatte, sagt der heute 75-Jährige nun im Vorwort zur Neuausgabe. Auch die Corona-Krise hat viele der Fragen, die das Buch über das Älterwerden aufwirft, neu in den Blick gebracht.

Publik-Forum: Pater Anselm, hilft Ihnen das eigene Buch beim Älterwerden?

Anselm Grün: Das Älterwerden ist ein Test, ob ich das, was ich geschrieben habe, tatsächlich lebe. Als ich krank wurde, tauchten diese Fragen ganz konkret auf: Mein Leben ist begrenzt, was heißt das? Wie lebt man noch bewusster im Augenblick? Als ich das Buch schrieb, habe ich darin betont, wie wichtig das Loslassen sei. Dann, 2013 endete nach 36 Jahren meine Zeit als Cellerar, und da merkte ich, dass es einfacher ist, Dinge aufzuschreiben, als sie persönlich umzusetzen. Diese Arbeit – und damit die eigene Bedeutung – loszulassen war für mich ein Lernschritt.

Was Sie nicht loslassen, ist das Schreiben …

Grün: Solange es mir Spaß macht, schreibe ich weiter. Ich traue da dem Augenblick. Das gilt auch für meine Vorträge und Kurse. Ich hoffe, es gelingt mir, sensibel zu sein und zu spüren, wann es an der Zeit i

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