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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2020
Wem gehört Jesus?
Christen und Juden streiten um den Mann aus Nazareth
Der Inhalt:

Ist Gärtnern politisch?

von Markus Dobstadt vom 14.08.2020
Vorgespräch: Fragen an Corina Haurová zu ihrem Urban-Gardening-Projekt in Frankfurt am Main

Publik-Forum: Frau Haurová, was ist Urban Gardening?

Corina Haurová: Urban Gardening, also urbanes Gärtnern, nutzt, wie es der Name sagt, städtische Räume für Pflanzen. Das fängt beim Balkonbepflanzen an, geht über die Begrünung von Flächen rund um die Straßenbäume bis hin zu größeren Projekten wie unserem »Neuen Frankfurter Garten«. Er wird von unserem Verein »Bienen-Baum-Gut« getragen.

Wie sieht denn Ihr Garten aus?

Haurová: Die Stadt Frankfurt stellt uns eine rund 2500 Quadratmeter große Fläche in Innenstadtnähe zur Verfügung, ein früherer Parkplatz mit mehr als einem Dutzend Bäumen. Da der Nutzungsvertrag immer nur für ein Jahr verlängert wird, verwenden wir transportable Pflanzbehälter. Darin wachsen alte Kartoffel- und Tomatensorten, Kräuter, sogar Obstbäume wie die Kirschpflaume. Wichtig sind auch Brennnesseln, sie schmecken, sind eine Insektenweide, man kann sogar Gewebe damit herstellen und mit Brennnesseljauche düngen.

Wer kann bei Ihnen mitmachen?

Haurová: Jeder kann sich ausprobieren, man muss nicht vorher gegärtnert haben. Rund 45 Menschen unterschiedlicher Herkunft machen im Gemeinschaftsgarten mit oder bepflanzen eigene Beete. Gerade für Anfänger ist es ein tolles Gefühl, wenn das Selbstgezogene wächst und gedeiht. Unsere einzige Vorgabe ist: Wir verwenden Biosaatgut und spritzen nicht. Der Garten soll bienenfreundlich sein.

Ihr Bienen-Wipfelpfad, was ist das?

Haurová: Bienen haben ursprünglich in hohlen Baumstämmen gelebt. Wir geben ihnen ihre natürliche Lebensweise zurück. Sie bauen ihre Waben selbst und bekommen keine industriell vorgefertigten Wachswaben auf Rähmchen, den Honig ernten wir nicht. Ein Götterbaum und eine Platane, in der die Bienen leben, sind durch einen Wipfelpfad verbunden. Man kann über eine Treppe hinaufsteigen, einen Bienenstock in einem hohlen Baumstamm

öffnen und hineinschauen. Das ist ein besonderes Erlebnis, besonders für Kinder. Wir bieten auch Führungen an.

Ist Urban Gardening auch ein politisches Projekt? Kann es die Städte verändern?

Haurová: Ja, wir wollen, dass weniger Flächen versiegelt und die Städte grüner werden. Die urbanen

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